Der FC Bayern München hat wohl die meisten Fans von allen Fußballvereinen in Deutschland. Das ist nicht überraschend, denn viele Menschen schwärmen lieber für erfolgreiche Vereine oder SportlerInnen, als beispielsweise dem Fußballklub VfB Lübeck zuzujubeln. Im Pétanque ist das nicht grundsätzlich anders. So passt es, dass dem Deutschen Pétanque-Verband (DPV) seine „Helden“ von Santa Susanna momentan keine Zeile mehr wert sind, nachdem diese beim Masters de Pétanque weniger erfolgreich waren.
Der Ordnung halber kläre ich dies gleich zu Beginn: Seit Jahren bietet der VfB Lübeck tatsächlich nicht viele Gründe, ein Fan-Herz höher schlagen zu lassen. Oder um überhaupt Fan des Vereins zu werden – denn wenn man wie ich in der Nachbarschaft des Lokalrivalen Phönix Lübeck aufgewachsen ist, dann stehen die aus der Asche Geborenen einem näher als der VfB. Ich schaue auch heute immer mal wieder auf die Ergebnisse der beiden Lübecker Fußballklubs – bin aber alles andere als ein Hardcore-Fan.
Fan der Münchener Millionarios war ich lediglich als Kind – eben unter dem angesprochenen Aspekt, mich lieber bei den Erfolgreichen wohl zu fühlen, als mit Verlierern zu leiden. Heute erzähle ich diese peinliche Episode meines Lebens natürlich niemandem.
Die erfolgreichen Boulisten
Meine Meinung
Es wäre toll, wenn Moritz, Tobias, Daniel und Matthias beim Masters de Pétanque gegen die Weltklasse-Teams mithalten könnten. Falls nicht, so werde ich nach wie vor Fan der Spieler bleiben, denn sie zeigen, das deutsches Pétanque über ein „da legen wir lieber noch eine“ hinausgehen kann.
Das deutsche Pétanque-Quartett Moritz Rosik, Tobias Müller, Daniel Reichert und Matthias Laukart wurde nach dem überraschenden Gewinn des Europameistertitels im Juli 2025 nicht nur vom DPV als Beispiel erfolgreicher Verbandsarbeit dargestellt. Oberbouliste Dörhöfer ließ keine Gelegenheit aus, um „zu feiern“.
Sogar ein paar Sachgeschenke gab’s vom DPV auf einer – in der Youtube-Übertragung eher bieder wirkenden – Ehrung für die Spitzenspieler. Die Geschichte erinnerte an das peinliche Kaffeeservice des Deutschen Fußball-Bunds (DFB) für die deutschen Fußball-Europameisterinnen im Jahr 1989. Eine Anerkennung in Form einer Siegprämie – die man übrigens als engagierter und erfolgshungriger Verband besser vorher vereinbart hätte – scheint im heutigen DPV nicht denkbar. Der deutsche Pétanque-Verband ist diesbezüglich auf der Entwicklungsstufe des DFB von vor 40 Jahren.
Auch wenn die Darstellung des 2025er-Erfolgs der Europameister auf der Website des DPV mittlerweile erbärmlich untergegangen ist, so wurde die Nominierung der Spieler für das Masters de Pétanque1 bejubelt: Ende Mai 2026 veröffentlichte Robin Wendeler einen ausgezeichneten Artikel auf der DPV-Website, in der die Teilnahme der vier Deutschen am Masters als „historisch“ eingestuft wurde. Zu Recht!
Als es dann in Romans-sur-Isère mit der ersten Masters-Etappe losging, war DPV-Präsident Dörhöfer natürlich wie immer vor Ort. Respekt! Wie schafft der Mann das bloß alles? Neben seiner von ihm selbst behaupteten beruflichen Belastung von „60, 70 Stunden-Woche und den Aufgaben als Präsident“, muss er auch noch die sicher nicht wenig fordernde Arbeit als Finanzchef im internationalen Pétanque-Verband F.I.P.J.P. erledigen.
Außer Spesen sprang bei der Reise in den Süden Frankreichs für den Sonnenkönig2 allerdings wenig heraus. Wenn er sich schon nicht im Erfolg der Spieler sonnen konnte, so schrieb er immerhin einen dünnen und teils fehlerbehafteten Artikel über das Event.3
Seine Ausführungen erinnerten mich in ihrer Floskelhaftigkeit ein wenig an Schulaufsätze über das schönste Ferienerlebnis. Der Aufsatz schließt mit einem:
„Der nächste Spieltag steht bereits vor der Tür, und wir freuen uns darauf, erneut anzugreifen, weitere Erfahrungen zu sammeln und unseren Weg bei den Masters de Pétanque fortzusetzen.“
Es war wichtig, dass das endlich jemand so eindringlich formuliert hat! Danke, Herr Präsident!
Funkstille
Das war’s dann aber auch: Seitdem herrscht beim DPV zum Masters-Turnier Funkstille. Zumindest auf der Website wurde dazu nichts mehr veröffentlicht. Es wäre seitens des Verbands sicher angemessen gewesen, die Erfahrungen mit ein wenig Abstand aufzuarbeiten und Erwartungen für die zweite Runde zu dämpfen. Und ein wenig öffentliche Aufmunterung hätte sicher auch nicht geschadet. Anders formuliert: Man hätte den etwas gebeutelten Spielern zur Seite stehen können.
Statt dessen kämpfte man beim DPV mit den Tücken der Technik. Es war zwar keine komplette Funkstille, aber für einige Tage präsentierte der Verband auf seiner Website eine zerschossene Startseite und diverse fehlende Daten.
Dafür, dass der DPV seit einigen Monaten einen Webmaster bezahlt, war der als „Wartungsarbeit“ kaschierte Teilabsturz der Website unverständlich. Ohne bezahlten Webmaster lief das früher eher besser.
Anmerkung vom 28. Juni 2026
Robin Wendeler hat am 25. Juni auf Facebook klargestellt, dass er kein Webmaster des DPV sei. (siehe: Titel, Funktionen, Transparenz unter Nachgelegt am Ende des Artikels)
Nichts aus Lorca
Immerhin muss man dem DPV zu Gute halten, dass er den Teilausfall seiner Website nicht als Erklärung dafür anführte, dass die Berichterstattung von der Europameisterschaft in Lorca so dürftig war. Über eine gut gemachte Vorschau – für die übrigens ebenfalls Robin Wendeler verantwortlich zeichnete – kam man nicht hinaus. Wieso kommt mir der Gedanke, dass Robin eher Artikel verfassen als sich mit dem technischen Geraffel der DPV-Website herumschlagen sollte?
Wir sind es ja seit Jahren gewohnt, dass aktuelle Berichterstattung von internationalen Turnieren mit deutscher Beteiligung beim DPV auf seiner Website nicht stattfindet. Das erkennbar vorhandene Informationsbedürfnis der deutschen Pétanque-Familie wird so nicht bedient.
Lieber nutzt der DPV nicht-barrierefreie soziale Medien, und schließt so viele Interessierte aus. Aber das interessiert viele KonsumentInnen offenbar wenig, solange sie den Kampf Dörhöfers mit dem Hochformat seiner Video-Übertragungen auf Facebook verfolgen können. „Danke, Mischa!“, wurde ihm in den Kommentarspalten nicht nur einmal ergebenst zugehaucht.
Andere springen ein
Gut, dass es da noch andere Medienschaffende in unserer Pétanque-Szene gibt, die für einen lahmen DPV einspringen können, der auf seiner Website nicht viel hinbekommt. Dabei sei an die besagte Europameisterschaft 2025 erinnert: Dort zeigte sich der DPV gänzlich unvorbereitet, als die deutsche Mannschaft ins Endspiel einzog und der Verband nicht per Stream übertragen durfte. Einen „Live-Ticker“ bekam der DPV nicht hin. Den versuchte dann netterweise Pétanque aktuell zu organisieren.4
Zur jüngsten Europameisterschaft in Lorca war Ulli Brülls’ ptank.de ganz vorne dran. Er machte das auf seine bekannt nüchterne Art – tabellarisch knapp – und stellte so immerhin wenigstens die Ergebnisse der deutschen Mannschaften halbwegs zeitnah online.5
Wäre das nicht die Aufgabe des DPV gewesen, der mit keiner kleinen Truppe vor Ort war?
Lob vom DPV
In Sachen aktueller Informationen über das Turnier in Lorca war Ulli – den Dörhöfer unlängst noch mit rechtlichen Schritten bedrohte – klar der Platzhirsch in der deutschen Online-Pétanque-Szene. Dabei hatte Dörhöfer vor kurzem noch Pétanque aktuell in höchsten Tönen gelobt und als einziges ernstzunehmendes Online-Medium für Pétanque-Sportberichterstattung herausgehoben.
Der DPV-Webmaster Robin Wendeler half dabei eifrig und kanzelte alle anderen Online-Pétanque-Angebote ab. Bei soviel parteiischem Wohlwollen erwerben sich Jannik Schaake und sein Team wohl eher unfreiwillig den Ruf des Zentralorgans des DPV.6 Die Heranwanzerei war offenbar keinem der beiden DPVler unangenehm. Ob die erkennbar nicht begründete Lobhudelei bei Pétanque aktuell so gut ankam?
Veranstalter des Turniers im spanischen Lorca war übrigens die Confédération Européenne de Pétanque (CEP). In diesem europäischen Verband wirkt der vom DPV hoch- oder weggelobte Michael Regelin seit mehr als zwei Jahren als Generalsekretär – schaffte es aber seitdem nicht, dass die CEP zu ihren eigenen Turnieren auf ihrer Website kurzfristig Ergebnisse liefert. Natürlich war Regelin bei der Europameisterschaft vor Ort in Spanien – lieferte aber nicht. Nicht mal einen Fleißaufsatz für den DPV. Gut, dass Ulli Brülls im weit entfernten Bremen mit ein paar Basisinformationen einspringen konnte.
Lob für die Berichterstattung des eigenen Verbands über den Pétanque-Sport gab’s von Dörhöfer zu Recht nicht. Obwohl er sonst gerne schönredet, versucht er es hier gar nicht erst. Guter Mann!
Lieber mit den Siegern
Irgendwie ist es dann ja auch folgerichtig: Die Teilnahme der deutschen Mannschaft an der zweiten Etappe des prestigeträchtigen Masters de Pétanque wird bis zum Vorabend des Turniers in Saint-Gilles-Croix-de-Vie an der französischen Atlantikküste nicht mit einem Wort erwähnt.
Liegt das nun an der anfangs festgestellten menschlichen Neigung, eher Aufmerksamkeit für die Erfolgreichen zu haben? Die deutschen Protagonisten haben beim ersten Masters-Turnier nicht überzeugt, bemängelten nach eigener Aussage die eigene Leistung. Da könnte mancher das Interesse verlieren – und das wäre kein Einzelfall.
Auch bei der gerade stattgefundenen EM in Lorca gab’s Partien, in denen die deutschen TeilnehmerInnen eher schwächer spielten oder abschnitten. Dazu gab’s auffällig deutlich weniger Online-Kommentare als bei besseren Spielen der deutschen TeilnehmerInnen. Das Bayer-München-Syndrom lässt grüßen.
Das ist zu wenig, DPV!
Ich hätte mir vom Verband im Vorfeld der zweiten Runde im Masters de Pétanque mehr Präsenz gewünscht. Es ist einfach, sich im Erfolg seiner SpielerInnen zu sonnen. Wichtiger aber ist es, auch dann Flagge zu zeigen, wenn es mal nicht so läuft. Das kann oder mag der DPV an dieser Stelle aber offensichtlich nicht leisten – auch, wenn er ansonsten schwächere Leistungen seiner Kader SpielerInnen gerne schönredet.
So blieb es wieder einmal Ulli Brülls vorbehalten, ein paar Informationen zum MdP-Turnier zu sammeln und zu veröffentlichen. Er berichtete, dass die deutsche Mannschaft ihr Eröffnungsspiel gegen den Sieger der ersten Veranstaltung bestreiten darf, also auf die Mannschaft „Les Étoiles du Sud“7 treffen wird. Darüber ist weder etwas im Zentralorgan zu lesen, noch beim Verband selbst.
Das sind nicht nur äußerst respektable, sondern auch schwierig zu schlagende Gegner. Es wäre toll, wenn Moritz, Tobias, Daniel und Matthias dagegen halten könnten. Falls nicht, so werde ich nach wie vor Fan der Spieler bleiben, denn sie zeigen, das deutsches Pétanque über ein „da legen wir lieber noch eine“ hinausgehen kann.
Wie auch immer das deutsche Team abschneidet: Ich finde, es hätte vom DPV mehr Aufmerksamkeit und Öffentlichkeit verdient. Und sei es nur, um die in der Satzung selbst auferlegte Verbandsaufgabe der Medienarbeit zu erfüllen.
Ich vermute, das kann selbst Phönix Lübeck besser.
Nachträge zum Artikel
Zu diesem Artikel gab es eine Reaktion von Robin Wendeler. Sie wird hier als Nachtrag eingestellt.
Titel, Funktionen, Transparenz
28. Juni 2026, überarbeitet am 30. Juni 202610
Robin Wendeler verdeutlichte am 25. Juni 2026 seine Rolle im DPV. Als Reaktion auf den Artikel Das Bayern-München-Syndrom auf Franks Pétanque stellte er in einem Facebook-Kommentar klar:
Ich bin kein „bezahlter Webmaster“, sondern offiziell und laut vorliegendem Vertrag „Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit“. Zusätzlich wurde mit dem Vertrag vereinbart, dass ich mich hauptsächlich um die veröffentlichten Inhalte auf der DPV-Website kümmere! Dass ich nicht das technische Know-How besitze, um die gesamte Website einmal auf links zu drehen, war allen Beiteiligten vorher klar. Dafür gibt es nach wie vor andere Menschen im DPV.
Seine Bezeichnung/Funktion beim DPV hat Franks Pétanque im Artikel Versteckte Projekte erstmals beleuchtet: Laut Beschluss des Verbandstags vom 23. Februar 2026 wurde Robin mit zwei Funktionen und einem schwammigen (Was bedeutet das bzw.?) Doppeltitel bedacht:
Webmaster bzw. Beauftragter Kommunikation.
Er wurde als bezahlte Kraft vom DPV eingestellt.11
Auf der Website des DPV änderte man die vom Verbandstag beschlossenen zwei Titel wenig später ab in eine dritte Version:
Beauftragter Öffentlichkeitsarbeit & Website.
Diese Änderung war notwendig, um die Fehler des Verbandstagsbeschlusses zu korrigieren.
Die Hintergründe der Korrektur
Der Grund hierfür dürfte gewesen sein, dass es in den Regularien des DPV keinen „Beauftragten Kommunikation“ gibt, wohl aber einen „Beauftragten Öffentlichkeitsarbeit“.12 Allerdings kann davon ausgegangen werden, dass beide Bezeichnungen das Selbe meinen. So hat man also einfach den Fehler korrigiert und den Titel an das bestehende Gefüge angepasst.
Nicht das Selbe sollten aber „Webmaster“ und „Beauftragter Website“ sein. Robin Wendelers Rolle als Webmaster wurde zwar vom Verbandstag eindeutig so benannt und beschlossen – aber nach Robins Aussage „war allen Beteiligten vorher klar“, dass er dafür „nicht das technische Know-How besitzt“. Das ist absurd – hier hat sich der DPV offenbar in seiner Unkenntnis vergaloppiert.
Mit der Bezeichnung „Beauftragter Website“ sollte das nun offenbar korrigiert werden – auch wenn es diese Rolle im DPV nicht gibt. Man wollte wohl sicherstellen, dass der Schwerpunkt im Bereich des Internetauftritts des DPV liegt – was aufgrund des schwachen Webauftritts des Verbands die richtige Richtung vorgibt.
Zwar hätte ein Blick in den Geschäftsverteilungsplan gereicht um zu erkennen, dass genau das bereits zum Aufgabenbereich des „Beauftragten für Öffentlichkeitsarbeit“ gehört – aber doppelt hält vielleicht besser und ist in diesem Verband sicher nicht verkehrt.
Nun hatte der Verband also die gröbsten Fehler geflickt und Robins Posten so bezeichnet, dass er in den aktuellen Geschäftsverteilungsplan passte – aber irgendwer mit Zugriff auf das Backend der DPV-Website konnte offenbar die Griffel nicht still halten. Weil eh alles im Fluss ist, wurde hier erneut eine Änderung vorgenommen: Der „Beauftragte“ wurde entfernt:
Öffentlichkeitsarbeit & Website
lautet nun Robins Titel. Immerhin: Diese mittlerweile vierte Bezeichnung/Funktion ist Stand heute immer noch unverändert.
Alles klar?
Aufgaben des Beauftragten für Öffentlichkeitsarbeit
- unterstützt den Vizepräsidenten Kommunikation bei der Planung, Vorbereitung und Durchführung von Live-Events im Rahmen des DPV;
- unterstützt alle Präsidiumsmitglieder bei der Öffentlichkeitsarbeit der Resorts;
- ist Redakteur auf sämtlichen Plattformen des DPV und der dpj;
- berät das Präsidium, um einen professionellen Internetauftritt sicherzustellen;
- hält Kontakt zu den Nationalmannschaften und berichtet über nationale und internationale Wettkämpfe.
Quelle: Geschäftsverteilungsplan des DPV,
9. Dezember 2025
Nein. Selbst wenn man ein GröFaD wäre, also größter Fan des DPV, dann wären damit objektiv sicher nicht alle Fragen ausgeräumt. Wie sieht seine Arbeit als Redakteur aus, die ja laut Geschäftsverteilungsplan eine der Kernaufgaben ist?
Zudem soll Robin „das Präsidium [beraten], um einen professionellen Internetauftritt sicherzustellen“ (siehe Kasten). Ist es seine Verantwortung, dass auf der Startseite des DPV seit Monaten kein Hinweis auf die jüngsten Titelgewinne deutscher BoulistInnen zu finden ist? Es ist seitens des DPV ohne Zweifel völlig unprofessionell, nicht auf diese für den Verband wichtigen sportlichen Leistungen hinzuweisen. Wie kann dieser missliche Zustand monatelang Bestand haben?
Mir fallen diese Erklärungen ein:
- Robin berät das Präsidium nicht.
- Er berät – aber das Präsidium ist beratungsresistent und findet die Erfolge seiner SpitzenspielerInnen nicht so wichtig.
- Robin berät, das Präsidium stimmt zu – aber der Webmaster (wer immer das ist) kann diese einfache Ergänzung auf der aktuellen Website nicht umsetzen,
Gleichgültig, welche Erklärung zutrifft: Das geht so nicht.
Eines wissen wir nun aber auf jeden Fall sicher: Der Verband wusste gar nicht so genau, was er da im Februar 2026 beschlossen hatte. Erinnern wir uns: Damals war Robin noch offiziell „Webmaster“. Das will er nun also nicht mehr sein – und es war seiner Aussage nach wohl auch nie so gedacht.
Geld wofür ausgeben?
Es ist erfreulich, dass Robin nun erstmals versucht, seine Rolle zu erläutern – zumindest dem begrenzten Kreis der Facebook-Öffentlichkeit. Meiner Ansicht nach wäre es aber die Pflicht des DPV gewesen, die SpielerInnen zu informieren – und zwar bereits vor mehr als einem Vierteljahr. Schließlich finanzieren sie, also die SpielerInnen, die mehr als 7.000 Euro Gehalt (zuzüglich möglicher Nebenkosten) jährlich für diesen Job.
Ein Gewinn
Zur Klarstellung: Ich finde, dass der DPV mit Robin nicht nur deutlich mehr sprachliche Fähigkeiten gewonnen hat. Das Fachwissen seiner Übertragungen ist im Vergleich zu seinen Vorgängern erkennbar besser. Er kommt sympathisch und wenig tümelnd rüber. Seine Mitarbeit bei den DPV-Übertragungen ist ein Schritt in eine gute Richtung.
Trotzdem finde ich, dass der Schwerpunkt einer Arbeit im Bereich der Website des DPV liegen sollte. Dort gibt es immensen Bedarf. Der Webauftritt des DPV ist von einer Wüste in eine respektable Landschaft zu verwandeln. Wenn der DPV keinen anderen Weg findet, um die Inhalte sowie den Aufbau der Website zu verbessern, dann spricht nichts dagegen, dass man dafür Geld in die Hand nimmt. Sei es Robin gegönnt.
Aber es wäre mehr als notwendig, diejenigen, die das bezahlen zu informieren – und nicht auch hier schon wieder durch die übliche Intransparenz des Verbands zu verschleiern, was er da gerade macht.
Ein schlechtes Beispiel stammt aus der jüngsten Vergangenheit:
Was kosteten zwei Jahre Mackenzie?
Erinnern wir uns an die im Februar 2026 gefeuerte (?) Sportdirektorin Pia Mackenzie: Tatsächlich waren es mehr als zwei Jahre, die sie ihre bezahlte „Tätigkeit“ im DPV ausüben durfte – für mich weitgehend ohne erkennbare Ergebnisse. Oder gab’s da welche, die man sorgfältig vor der Öffentlichkeit verborgen hatte? Was mag das uns, also uns SpielerInnen, gekostet haben?
In Anbetracht der personellen Fehlentscheidungen des DPV wäre es dringend angesagt, dass der Verbandstag auf mehr Informationen für die Boule-Blase pocht. Er macht seine Arbeit schließlich nicht für sich, sondern für alle BoulistInnen.
Transparenz?
Wieder einmal erleben wir das übliche Kuddelmuddel im DPV. Keinesfalls steht das im Einklang mit der Transparenz, die Präsident Michael Dörhöfer irgendwann mal ausgerufen hatte. Halt, ich vergaß: Die angekündigte Transparenz galt ja nur für seine Arbeit im F.I.P.J.P., dem internationalen Pétanque-Verband.
- Mehr zum Turnier und dem Veranstalter (in französischer Sprache): mastersdepetanque.fr] ↩
- Sonnenkönig lautet der Spitzname Dörhöfers bei manchen SpielerInnen, wie bereits im letzten Jahr aus gut informierten Kreise berichtet wurde. ↩
- siehe: Erfahrungen gesammelt, Tolles erlebt und ein dickes Dankeschön, Michael Dörhöfer, DPV, 8. Juni 2026. Die Fehler findet ihr selbst heraus. ↩
- Der Live-Ticker von petanque-aktuell.de führte damals zum Absturz des Servers und wurde dann auf Facebook weitergeführt. Der DPV hatte nichts vorbereitet, obwohl man vorher wusste, dass manche Spiele nicht übertragen werden durften. ↩
- Später wuchs der Bereich zur EM in Lorca auf ptank.de durch immer weitere Informationen an. ↩
- Als Kommentatoren des Endspiels der Pétanque-DM 2026 im Triplette spielten sich der DPV-Präsident und sein Webmaster die Kugel zu:
Dörhöfer: „Jannik Schaake ist ja auch für Pétanque aktuell am Start, unserem eigentlich einzigen, richtigen sportiven …“
Wendeler: „… ja, unabhängigen Online-Magazin.“
Dörhöfer: „Ja, also das ist auch ein Bomben-Spieler und kennt sich auch mega aus.“ ↩ - Yves Rakotoarisoa, Marcel Gbetable, Jean François Rakotondrainibe, Fara N’Diaye – das sind die Gewinner der ersten Masters-Etappe 2026. ↩
- Dylan Rocher, Diego Rizzi, Stéphane Robineau, Jean-Michel Puccinelli – die Namen sprechen für sich. ↩
- Ligan Doerr , Magny Baldwin, Christian Andriantsheneno, Sébastien Rousseau – Doerr wurde am Wochenende französischer Meister im Triplette, Baldwin und Rousseau standen im Finale, Andriantsheneno im Viertelfinale ↩
- Es ist kompliziert. Meine erste Version, mit der ich diese Komplexität hier unter Nachgelegt aufarbeiten wollte, muss ich als misslungen bezeichnen. Also habe ich diesen Text überarbeitet. Das Ergebnis ist immer noch komplex genug und wird nicht vielen Vergnügen beim Lesen bereiten. Allerdings stellt das Durcheinander beim DPV auch hohe Anforderungen an eine Aufarbeitung. ↩
- siehe: Protokoll des außerordentlichen DPV-Verbandstags vom 23. Februar 2026 ↩
- siehe: Geschäftsverteilungsplan des DPV vom 9. Dezember 2025 ↩









