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DPV-Berichte zum Masters de Pétanque?
Das Bayern-München-Syndrom
von Frank J.
veröffentlicht am 24. Juni 2026

veröffentlicht am

24. Juni 2026

Autor

Frank J.

Der FC Bay­ern Mün­chen hat wohl die meis­ten Fans von allen Fuß­ball­ver­ei­nen in Deutsch­land. Das ist nicht über­ra­schend, denn vie­le Men­schen schwär­men lie­ber für erfolg­rei­che Ver­ei­ne oder Sport­le­rIn­nen, als bei­spiels­wei­se dem Fuß­ball­klub VfB Lübeck zuzu­ju­beln. Im Pétan­que ist das nicht grund­sätz­lich anders. So passt es, dass dem Deut­schen Pétan­que-Ver­band (DPV) sei­ne „Hel­den“ von San­ta Susan­na momen­tan kei­ne Zei­le mehr wert sind, nach­dem die­se beim Mas­ters de Pétan­que weni­ger erfolg­reich waren.

Der Ord­nung hal­ber klä­re ich dies gleich zu Beginn: Seit Jah­ren bie­tet der VfB Lübeck tat­säch­lich nicht vie­le Grün­de, ein Fan-Herz höher schla­gen zu las­sen. Oder um über­haupt Fan des Ver­eins zu wer­den – denn wenn man wie ich in der Nach­bar­schaft des Lokal­ri­va­len Phö­nix Lübeck auf­ge­wach­sen ist, dann ste­hen die aus der Asche Gebo­re­nen einem näher als der VfB. Ich schaue auch heu­te immer mal wie­der auf die Ergeb­nis­se der bei­den Lübe­cker Fuß­ball­klubs – bin aber alles ande­re als ein Hardcore-Fan.

Fan der Mün­che­ner Mil­lio­na­ri­os war ich ledig­lich als Kind – eben unter dem ange­spro­che­nen Aspekt, mich lie­ber bei den Erfolg­rei­chen wohl zu füh­len, als mit Ver­lie­rern zu lei­den. Heu­te erzäh­le ich die­se pein­li­che Epi­so­de mei­nes Lebens natür­lich niemandem.

Die erfolg­rei­chen Boulisten

Mei­ne Mei­nung
Es wäre toll, wenn Moritz, Tobi­as, Dani­el und Mat­thi­as beim Mas­ters de Pétan­que gegen die Welt­klas­se-Teams mit­hal­ten könn­ten. Falls nicht, so wer­de ich nach wie vor Fan der Spie­ler blei­ben, denn sie zei­gen, das deut­sches Pétan­que über ein „da legen wir lie­ber noch eine“ hin­aus­ge­hen kann.

Das deut­sche Pétan­que-Quar­tett Moritz Rosik, Tobi­as Mül­ler, Dani­el Rei­chert und Mat­thi­as Lau­kart wur­de nach dem über­ra­schen­den Gewinn des Euro­pa­meis­ter­ti­tels im Juli 2025 nicht nur vom DPV als Bei­spiel erfolg­rei­cher Ver­bands­ar­beit dar­ge­stellt. Ober­boulis­te Dör­hö­fer ließ kei­ne Gele­gen­heit aus, um „zu feiern“.

Kaffeeservice statt Preisgeld: Hier kann der DPV günstig zuschlagen!

Sogar ein paar Sach­ge­schen­ke gab’s vom DPV auf einer – in der You­tube-Über­tra­gung eher bie­der wir­ken­den – Ehrung für die Spit­zen­spie­ler. Die Geschich­te erin­ner­te an das pein­li­che Kaf­fee­ser­vice des Deut­schen Fuß­ball-Bunds (DFB) für die deut­schen Fuß­ball-Euro­pa­meis­te­rin­nen im Jahr 1989. Eine Aner­ken­nung in Form einer Sieg­prä­mie – die man übri­gens als enga­gier­ter und erfolgs­hung­ri­ger Ver­band bes­ser vor­her ver­ein­bart hät­te – scheint im heu­ti­gen DPV nicht denk­bar. Der deut­sche Pétan­que-Ver­band ist dies­be­züg­lich auf der Ent­wick­lungs­stu­fe des DFB von vor 40 Jahren.

Auch wenn die Dar­stel­lung des 2025er-Erfolgs der Euro­pa­meis­ter auf der Web­site des DPV mitt­ler­wei­le erbärm­lich unter­ge­gan­gen ist, so wur­de die Nomi­nie­rung der Spie­ler für das Mas­ters de Pétan­que1 beju­belt: Ende Mai 2026 ver­öf­fent­lich­te Robin Wen­de­ler einen aus­ge­zeich­ne­ten Arti­kel auf der DPV-Web­site, in der die Teil­nah­me der vier Deut­schen am Mas­ters als „his­to­risch“ ein­ge­stuft wur­de. Zu Recht!

Als es dann in Romans-sur-Isè­re mit der ers­ten Mas­ters-Etap­pe los­ging, war DPV-Prä­si­dent Dör­hö­fer natür­lich wie immer vor Ort. Respekt! Wie schafft der Mann das bloß alles? Neben sei­ner von ihm selbst behaup­te­ten beruf­li­chen Belas­tung von „60, 70 Stun­den-Woche und den Auf­ga­ben als Prä­si­dent“, muss er auch noch die sicher nicht wenig for­dern­de Arbeit als Finanz­chef im inter­na­tio­na­len Pétan­que-Ver­band F.I.P.J.P. erledigen.

Außer Spe­sen sprang bei der Rei­se in den Süden Frank­reichs für den Son­nen­kö­nig2 aller­dings wenig her­aus. Wenn er sich schon nicht im Erfolg der Spie­ler son­nen konn­te, so schrieb er immer­hin einen dün­nen und teils feh­ler­be­haf­te­ten Arti­kel über das Event.3

Sei­ne Aus­füh­run­gen erin­ner­ten mich in ihrer Flos­kel­haf­tig­keit ein wenig an Schul­auf­sät­ze über das schöns­te Feri­en­er­leb­nis. Der Auf­satz schließt mit einem:

„Der nächs­te Spiel­tag steht bereits vor der Tür, und wir freu­en uns dar­auf, erneut anzu­grei­fen, wei­te­re Erfah­run­gen zu sam­meln und unse­ren Weg bei den Mas­ters de Pétan­que fortzusetzen.“

Es war wich­tig, dass das end­lich jemand so ein­dring­lich for­mu­liert hat! Dan­ke, Herr Präsident!

Funk­stil­le

Das war’s dann aber auch: Seit­dem herrscht beim DPV zum Mas­ters-Tur­nier Funk­stil­le. Zumin­dest auf der Web­site wur­de dazu nichts mehr ver­öf­fent­licht. Es wäre sei­tens des Ver­bands sicher ange­mes­sen gewe­sen, die Erfah­run­gen mit ein wenig Abstand auf­zu­ar­bei­ten und Erwar­tun­gen für die zwei­te Run­de zu dämp­fen. Und ein wenig öffent­li­che Auf­mun­te­rung hät­te sicher auch nicht gescha­det. Anders for­mu­liert: Man hät­te den etwas gebeu­tel­ten Spie­lern zur Sei­te ste­hen können.

Statt des­sen kämpf­te man beim DPV mit den Tücken der Tech­nik. Es war zwar kei­ne kom­plet­te Funk­stil­le, aber für eini­ge Tage prä­sen­tier­te der Ver­band auf sei­ner Web­site eine zer­schos­se­ne Start­sei­te und diver­se feh­len­de Daten.

Dafür, dass der DPV seit eini­gen Mona­ten einen Web­mas­ter bezahlt, war der als „War­tungs­ar­beit“ kaschier­te Teil­ab­sturz der Web­site unver­ständ­lich. Ohne bezahl­ten Web­mas­ter lief das frü­her eher besser.

Anmer­kung vom 28. Juni 2026
Robin Wen­de­ler hat am 25. Juni auf Face­book klar­ge­stellt, dass er kein Web­mas­ter des DPV sei. (sie­he: Titel, Funk­tio­nen, Trans­pa­renz unter Nach­ge­legt am Ende des Artikels)

Nichts aus Lorca

Immer­hin muss man dem DPV zu Gute hal­ten, dass er den Teil­aus­fall sei­ner Web­site nicht als Erklä­rung dafür anführ­te, dass die Bericht­erstat­tung von der Euro­pa­meis­ter­schaft in Lor­ca so dürf­tig war. Über eine gut gemach­te Vor­schau – für die übri­gens eben­falls Robin Wen­de­ler ver­ant­wort­lich zeich­ne­te – kam man nicht hin­aus. Wie­so kommt mir der Gedan­ke, dass Robin eher Arti­kel ver­fas­sen als sich mit dem tech­ni­schen Geraf­fel der DPV-Web­site her­um­schla­gen sollte?

Wir sind es ja seit Jah­ren gewohnt, dass aktu­el­le Bericht­erstat­tung von inter­na­tio­na­len Tur­nie­ren mit deut­scher Betei­li­gung beim DPV auf sei­ner Web­site nicht statt­fin­det. Das erkenn­bar vor­han­de­ne Infor­ma­ti­ons­be­dürf­nis der deut­schen Pétan­que-Fami­lie wird so nicht bedient.

Lie­ber nutzt der DPV nicht-bar­rie­re­freie sozia­le Medi­en, und schließt so vie­le Inter­es­sier­te aus. Aber das inter­es­siert vie­le Kon­su­men­tIn­nen offen­bar wenig, solan­ge sie den Kampf Dör­hö­fers mit dem Hoch­for­mat sei­ner Video-Über­tra­gun­gen auf Face­book ver­fol­gen kön­nen. „Dan­ke, Mischa!“, wur­de ihm in den Kom­men­tar­spal­ten nicht nur ein­mal erge­benst zugehaucht.

Ande­re sprin­gen ein

Gut, dass es da noch ande­re Medi­en­schaf­fen­de in unse­rer Pétan­que-Sze­ne gibt, die für einen lah­men DPV ein­sprin­gen kön­nen, der auf sei­ner Web­site nicht viel hin­be­kommt. Dabei sei an die besag­te Euro­pa­meis­ter­schaft 2025 erin­nert: Dort zeig­te sich der DPV gänz­lich unvor­be­rei­tet, als die deut­sche Mann­schaft ins End­spiel ein­zog und der Ver­band nicht per Stream über­tra­gen durf­te. Einen „Live-Ticker“ bekam der DPV nicht hin. Den ver­such­te dann net­ter­wei­se Pétan­que aktu­ell zu orga­ni­sie­ren.4

Zur jüngs­ten Euro­pa­meis­ter­schaft in Lor­ca war Ulli Brülls’ ptank.de ganz vor­ne dran. Er mach­te das auf sei­ne bekannt nüch­ter­ne Art – tabel­la­risch knapp – und stell­te so immer­hin wenigs­tens die Ergeb­nis­se der deut­schen Mann­schaf­ten halb­wegs zeit­nah online.5

Wäre das nicht die Auf­ga­be des DPV gewe­sen, der mit kei­ner klei­nen Trup­pe vor Ort war?

Lob vom DPV

In Sachen aktu­el­ler Infor­ma­tio­nen über das Tur­nier in Lor­ca war Ulli – den Dör­hö­fer unlängst noch mit recht­li­chen Schrit­ten bedroh­te – klar der Platz­hirsch in der deut­schen Online-Pétan­que-Sze­ne. Dabei hat­te Dör­hö­fer vor kur­zem noch Pétan­que aktu­ell in höchs­ten Tönen gelobt und als ein­zi­ges ernst­zu­neh­men­des Online-Medi­um für Pétan­que-Sport­be­richt­erstat­tung herausgehoben.

Der DPV-Web­mas­ter Robin Wen­de­ler half dabei eif­rig und kan­zel­te alle ande­ren Online-Pétan­que-Ange­bo­te ab. Bei soviel par­tei­ischem Wohl­wol­len erwer­ben sich Jan­nik Scha­a­ke und sein Team wohl eher unfrei­wil­lig den Ruf des Zen­tral­or­gans des DPV.6 Die Her­an­wanz­erei war offen­bar kei­nem der bei­den DPV­ler unan­ge­nehm. Ob die erkenn­bar nicht begrün­de­te Lob­hu­de­lei bei Pétan­que aktu­ell so gut ankam?

Ver­an­stal­ter des Tur­niers im spa­ni­schen Lor­ca war übri­gens die Con­fé­dé­ra­ti­on Euro­pé­en­ne de Pétan­que (CEP). In die­sem euro­päi­schen Ver­band wirkt der vom DPV hoch- oder weg­ge­lob­te Micha­el Regel­in seit mehr als zwei Jah­ren als Gene­ral­se­kre­tär – schaff­te es aber seit­dem nicht, dass die CEP zu ihren eige­nen Tur­nie­ren auf ihrer Web­site kurz­fris­tig Ergeb­nis­se lie­fert. Natür­lich war Regel­in bei der Euro­pa­meis­ter­schaft vor Ort in Spa­ni­en – lie­fer­te aber nicht. Nicht mal einen Fleiß­auf­satz für den DPV. Gut, dass Ulli Brülls im weit ent­fern­ten Bre­men mit ein paar Basis­in­for­ma­tio­nen ein­sprin­gen konnte.

Lob für die Bericht­erstat­tung des eige­nen Ver­bands über den Pétan­que-Sport gab’s von Dör­hö­fer zu Recht nicht. Obwohl er sonst ger­ne schön­re­det, ver­sucht er es hier gar nicht erst. Guter Mann!

Lie­ber mit den Siegern

Irgend­wie ist es dann ja auch fol­ge­rich­tig: Die Teil­nah­me der deut­schen Mann­schaft an der zwei­ten Etap­pe des pres­ti­ge­träch­ti­gen Mas­ters de Pétan­que wird bis zum Vor­abend des Tur­niers in Saint-Gil­les-Croix-de-Vie an der fran­zö­si­schen Atlan­tik­küs­te nicht mit einem Wort erwähnt.

Liegt das nun an der anfangs fest­ge­stell­ten mensch­li­chen Nei­gung, eher Auf­merk­sam­keit für die Erfolg­rei­chen zu haben? Die deut­schen Prot­ago­nis­ten haben beim ers­ten Mas­ters-Tur­nier nicht über­zeugt, bemän­gel­ten nach eige­ner Aus­sa­ge die eige­ne Leis­tung. Da könn­te man­cher das Inter­es­se ver­lie­ren – und das wäre kein Einzelfall.

Auch bei der gera­de statt­ge­fun­de­nen EM in Lor­ca gab’s Par­tien, in denen die deut­schen Teil­nehmer­Innen eher schwä­cher spiel­ten oder abschnit­ten. Dazu gab’s auf­fäl­lig deut­lich weni­ger Online-Kom­men­ta­re als bei bes­se­ren Spie­len der deut­schen Teil­nehmer­Innen. Das Bay­er-Mün­chen-Syn­drom lässt grüßen.

Das ist zu wenig, DPV!

Ich hät­te mir vom Ver­band im Vor­feld der zwei­ten Run­de im Mas­ters de Pétan­que mehr Prä­senz gewünscht. Es ist ein­fach, sich im Erfolg sei­ner Spieler­Innen zu son­nen. Wich­ti­ger aber ist es, auch dann Flag­ge zu zei­gen, wenn es mal nicht so läuft. Das kann oder mag der DPV an die­ser Stel­le aber offen­sicht­lich nicht leis­ten – auch, wenn er ansons­ten schwä­che­re Leis­tun­gen sei­ner Kader Spieler­Innen ger­ne schönredet.

So blieb es wie­der ein­mal Ulli Brülls vor­be­hal­ten, ein paar Infor­ma­tio­nen zum MdP-Tur­nier zu sam­meln und zu ver­öf­fent­li­chen. Er berich­te­te, dass die deut­sche Mann­schaft ihr Eröff­nungs­spiel gegen den Sie­ger der ers­ten Ver­an­stal­tung bestrei­ten darf, also auf die Mann­schaft „Les Étoi­les du Sud“7 tref­fen wird. Dar­über ist weder etwas im Zen­tral­or­gan zu lesen, noch beim Ver­band selbst.

Auch wenn bei Franks Pétan­que Sport­be­richt­erstat­tung nicht im Vor­der­grund steht, so hal­te ich es dar­über hin­aus für durch­aus erwäh­nens­wert, dass der zwei­te Geg­ner im Poule der deut­schen Euro­pa­meis­ter ent­we­der die Equi­pe Rocher8 oder die Equi­pe Doerr9 sein wird.

Das sind nicht nur äußerst respek­ta­ble, son­dern auch schwie­rig zu schla­gen­de Geg­ner. Es wäre toll, wenn Moritz, Tobi­as, Dani­el und Mat­thi­as dage­gen hal­ten könn­ten. Falls nicht, so wer­de ich nach wie vor Fan der Spie­ler blei­ben, denn sie zei­gen, das deut­sches Pétan­que über ein „da legen wir lie­ber noch eine“ hin­aus­ge­hen kann.

Wie auch immer das deut­sche Team abschnei­det: Ich fin­de, es hät­te vom DPV mehr Auf­merk­sam­keit und Öffent­lich­keit ver­dient. Und sei es nur, um die in der Sat­zung selbst auf­er­leg­te Ver­bands­auf­ga­be der Medi­en­ar­beit zu erfüllen.

Ich ver­mu­te, das kann selbst Phö­nix Lübeck besser.

Nach­trä­ge zum Artikel

Zu die­sem Arti­kel gab es eine Reak­ti­on von Robin Wen­de­ler. Sie wird hier als Nach­trag eingestellt.

Titel, Funk­tio­nen, Transparenz

28. Juni 2026, über­ar­bei­tet am 30. Juni 202610

Robin Wen­de­ler ver­deut­lich­te am 25. Juni 2026 sei­ne Rol­le im DPV. Als Reak­ti­on auf den Arti­kel Das Bay­ern-Mün­chen-Syn­drom auf Franks Pétan­que stell­te er in einem Face­book-Kom­men­tar klar:

Ich bin kein „bezahl­ter Web­mas­ter“, son­dern offi­zi­ell und laut vor­lie­gen­dem Ver­trag „Beauf­trag­ter für Öffent­lich­keits­ar­beit“. Zusätz­lich wur­de mit dem Ver­trag ver­ein­bart, dass ich mich haupt­säch­lich um die ver­öf­fent­lich­ten Inhal­te auf der DPV-Web­site küm­me­re! Dass ich nicht das tech­ni­sche Know-How besit­ze, um die gesam­te Web­site ein­mal auf links zu dre­hen, war allen Bei­tei­lig­ten vor­her klar. Dafür gibt es nach wie vor ande­re Men­schen im DPV.

Sei­ne Bezeichnung/Funktion beim DPV hat Franks Pétan­que im Arti­kel Ver­steck­te Pro­jek­te erst­mals beleuch­tet: Laut Beschluss des Ver­bands­tags vom 23. Febru­ar 2026 wur­de Robin mit zwei Funk­tio­nen und einem schwam­mi­gen (Was bedeu­tet das bzw.?) Dop­pel­ti­tel bedacht:

Web­mas­ter bzw. Beauf­trag­ter Kommunikation.

Er wur­de als bezahl­te Kraft vom DPV ein­ge­stellt.11

Auf der Web­site des DPV änder­te man die vom Ver­bands­tag beschlos­se­nen zwei Titel wenig spä­ter ab in eine drit­te Version:

Beauf­trag­ter Öffent­lich­keits­ar­beit & Website.

Die­se Ände­rung war not­wen­dig, um die Feh­ler des Ver­bands­tags­be­schlus­ses zu korrigieren.

Die Hin­ter­grün­de der Korrektur

Der Grund hier­für dürf­te gewe­sen sein, dass es in den Regu­la­ri­en des DPV kei­nen „Beauf­trag­ten Kom­mu­ni­ka­ti­on“ gibt, wohl aber einen „Beauf­trag­ten Öffent­lich­keits­ar­beit“.12 Aller­dings kann davon aus­ge­gan­gen wer­den, dass bei­de Bezeich­nun­gen das Sel­be mei­nen. So hat man also ein­fach den Feh­ler kor­ri­giert und den Titel an das bestehen­de Gefü­ge angepasst.

Nicht das Sel­be soll­ten aber „Web­mas­ter“ und „Beauf­trag­ter Web­site“ sein. Robin Wen­delers Rol­le als Web­mas­ter wur­de zwar vom Ver­bands­tag ein­deu­tig so benannt und beschlos­sen – aber nach Robins Aus­sa­ge „war allen Betei­lig­ten vor­her klar“, dass er dafür „nicht das tech­ni­sche Know-How besitzt“. Das ist absurd – hier hat sich der DPV offen­bar in sei­ner Unkennt­nis vergaloppiert.

Mit der Bezeich­nung „Beauf­trag­ter Web­site“ soll­te das nun offen­bar kor­ri­giert wer­den – auch wenn es die­se Rol­le im DPV nicht gibt. Man woll­te wohl sicher­stel­len, dass der Schwer­punkt im Bereich des Inter­net­auf­tritts des DPV liegt – was auf­grund des schwa­chen Web­auf­tritts des Ver­bands die rich­ti­ge Rich­tung vorgibt.

Zwar hät­te ein Blick in den Geschäfts­ver­tei­lungs­plan gereicht um zu erken­nen, dass genau das bereits zum Auf­ga­ben­be­reich des „Beauf­trag­ten für Öffent­lich­keits­ar­beit“ gehört – aber dop­pelt hält viel­leicht bes­ser und ist in die­sem Ver­band sicher nicht verkehrt.

Nun hat­te der Ver­band also die gröbs­ten Feh­ler geflickt und Robins Pos­ten so bezeich­net, dass er in den aktu­el­len Geschäfts­ver­tei­lungs­plan pass­te – aber irgend­wer mit Zugriff auf das Backend der DPV-Web­site konn­te offen­bar die Grif­fel nicht still hal­ten. Weil eh alles im Fluss ist, wur­de hier erneut eine Ände­rung vor­ge­nom­men: Der „Beauf­trag­te“ wur­de entfernt:

Öffent­lich­keits­ar­beit & Website

lau­tet nun Robins Titel. Immer­hin: Die­se mitt­ler­wei­le vier­te Bezeichnung/Funktion ist Stand heu­te immer noch unverändert.

Alles klar?

Auf­ga­ben des Beauf­trag­ten für Öffentlichkeitsarbeit

  1. unter­stützt den Vize­prä­si­den­ten Kom­mu­ni­ka­ti­on bei der Pla­nung, Vor­be­rei­tung und Durch­füh­rung von Live-Events im Rah­men des DPV;
  2. unter­stützt alle Prä­si­di­ums­mit­glie­der bei der Öffent­lich­keits­ar­beit der Resorts;
  3. ist Redak­teur auf sämt­li­chen Platt­for­men des DPV und der dpj;
  4. berät das Prä­si­di­um, um einen pro­fes­sio­nel­len Inter­net­auf­tritt sicherzustellen;
  5. hält Kon­takt zu den Natio­nal­mann­schaf­ten und berich­tet über natio­na­le und inter­na­tio­na­le Wettkämpfe.

Quel­le: Geschäfts­ver­tei­lungs­plan des DPV,
9. Dezem­ber 2025

Nein. Selbst wenn man ein GröFaD wäre, also größ­ter Fan des DPV, dann wären damit objek­tiv sicher nicht alle Fra­gen aus­ge­räumt. Wie sieht sei­ne Arbeit als Redak­teur aus, die ja laut Geschäfts­ver­tei­lungs­plan eine der Kern­auf­ga­ben ist?

Zudem soll Robin „das Prä­si­di­um [bera­ten], um einen pro­fes­sio­nel­len Inter­net­auf­tritt sicher­zu­stel­len“ (sie­he Kas­ten). Ist es sei­ne Ver­ant­wor­tung, dass auf der Start­sei­te des DPV seit Mona­ten kein Hin­weis auf die jüngs­ten Titel­ge­win­ne deut­scher Bou­list­Innen zu fin­den ist? Es ist sei­tens des DPV ohne Zwei­fel völ­lig unpro­fes­sio­nell, nicht auf die­se für den Ver­band wich­ti­gen sport­li­chen Leis­tun­gen hin­zu­wei­sen. Wie kann die­ser miss­li­che Zustand mona­te­lang Bestand haben?

Mir fal­len die­se Erklä­run­gen ein:

  1. Robin berät das Prä­si­di­um nicht.
  2. Er berät – aber das Prä­si­di­um ist bera­tungs­re­sis­tent und fin­det die Erfol­ge sei­ner Spit­zen­spie­le­rIn­nen nicht so wichtig.
  3. Robin berät, das Prä­si­di­um stimmt zu – aber der Web­mas­ter (wer immer das ist) kann die­se ein­fa­che Ergän­zung auf der aktu­el­len Web­site nicht umsetzen,

Gleich­gül­tig, wel­che Erklä­rung zutrifft: Das geht so nicht.

Eines wis­sen wir nun aber auf jeden Fall sicher: Der Ver­band wuss­te gar nicht so genau, was er da im Febru­ar 2026 beschlos­sen hat­te. Erin­nern wir uns: Damals war Robin noch offi­zi­ell „Web­mas­ter“. Das will er nun also nicht mehr sein – und es war sei­ner Aus­sa­ge nach wohl auch nie so gedacht.

Geld wofür ausgeben?

Es ist erfreu­lich, dass Robin nun erst­mals ver­sucht, sei­ne Rol­le zu erläu­tern – zumin­dest dem begrenz­ten Kreis der Face­book-Öffent­lich­keit. Mei­ner Ansicht nach wäre es aber die Pflicht des DPV gewe­sen, die Spieler­Innen zu infor­mie­ren – und zwar bereits vor mehr als einem Vier­tel­jahr. Schließ­lich finan­zie­ren sie, also die Spieler­Innen, die mehr als 7.000 Euro Gehalt (zuzüg­lich mög­li­cher Neben­kos­ten) jähr­lich für die­sen Job.

Ein Gewinn

Zur Klar­stel­lung: Ich fin­de, dass der DPV mit Robin nicht nur deut­lich mehr sprach­li­che Fähig­kei­ten gewon­nen hat. Das Fach­wis­sen sei­ner Über­tra­gun­gen ist im Ver­gleich zu sei­nen Vor­gän­gern erkenn­bar bes­ser. Er kommt sym­pa­thisch und wenig tümelnd rüber. Sei­ne Mit­ar­beit bei den DPV-Über­tra­gun­gen ist ein Schritt in eine gute Richtung.

Trotz­dem fin­de ich, dass der Schwer­punkt einer Arbeit im Bereich der Web­site des DPV lie­gen soll­te. Dort gibt es immensen Bedarf. Der Web­auf­tritt des DPV ist von einer Wüs­te in eine respek­ta­ble Land­schaft zu ver­wan­deln. Wenn der DPV kei­nen ande­ren Weg fin­det, um die Inhal­te sowie den Auf­bau der Web­site zu ver­bes­sern, dann spricht nichts dage­gen, dass man dafür Geld in die Hand nimmt. Sei es Robin gegönnt.

Aber es wäre mehr als not­wen­dig, die­je­ni­gen, die das bezah­len zu infor­mie­ren – und nicht auch hier schon wie­der durch die übli­che Intrans­pa­renz des Ver­bands zu ver­schlei­ern, was er da gera­de macht.

Ein schlech­tes Bei­spiel stammt aus der jüngs­ten Vergangenheit:

Was kos­te­ten zwei Jah­re Mackenzie?

Erin­nern wir uns an die im Febru­ar 2026 gefeu­er­te (?) Sport­di­rek­to­rin Pia Macken­zie: Tat­säch­lich waren es mehr als zwei Jah­re, die sie ihre bezahl­te „Tätig­keit“ im DPV aus­üben durf­te – für mich weit­ge­hend ohne erkenn­ba­re Ergeb­nis­se. Oder gab’s da wel­che, die man sorg­fäl­tig vor der Öffent­lich­keit ver­bor­gen hat­te? Was mag das uns, also uns Spieler­Innen, gekos­tet haben?

In Anbe­tracht der per­so­nel­len Fehl­ent­schei­dun­gen des DPV wäre es drin­gend ange­sagt, dass der Ver­bands­tag auf mehr Infor­ma­tio­nen für die Boule-Bla­se pocht. Er macht sei­ne Arbeit schließ­lich nicht für sich, son­dern für alle BoulistInnen.

Trans­pa­renz?

Wie­der ein­mal erle­ben wir das übli­che Kud­del­mud­del im DPV. Kei­nes­falls steht das im Ein­klang mit der Trans­pa­renz, die Prä­si­dent Micha­el Dör­hö­fer irgend­wann mal aus­ge­ru­fen hat­te. Halt, ich ver­gaß: Die ange­kün­dig­te Trans­pa­renz galt ja nur für sei­ne Arbeit im F.I.P.J.P., dem inter­na­tio­na­len Pétanque-Verband.


  1. Mehr zum Tur­nier und dem Ver­an­stal­ter (in fran­zö­si­scher Spra­che): mastersdepetanque.fr] 
  2. Son­nen­kö­nig lau­tet der Spitz­na­me Dör­hö­fers bei man­chen Spieler­Innen, wie bereits im letz­ten Jahr aus gut infor­mier­ten Krei­se berich­tet wur­de. 
  3. sie­he: Erfah­run­gen gesam­melt, Tol­les erlebt und ein dickes Dan­ke­schön, Micha­el Dör­hö­fer, DPV, 8. Juni 2026. Die Feh­ler fin­det ihr selbst her­aus. 
  4. Der Live-Ticker von petanque-aktuell.de führ­te damals zum Absturz des Ser­vers und wur­de dann auf Face­book wei­ter­ge­führt. Der DPV hat­te nichts vor­be­rei­tet, obwohl man vor­her wuss­te, dass man­che Spie­le nicht über­tra­gen wer­den durf­ten. 
  5. Spä­ter wuchs der Bereich zur EM in Lor­ca auf ptank.de durch immer wei­te­re Infor­ma­tio­nen an. 
  6. Als Kom­men­ta­to­ren des End­spiels der Pétan­que-DM 2026 im Tri­plet­te spiel­ten sich der DPV-Prä­si­dent und sein Web­mas­ter die Kugel zu:

    Dör­hö­fer: „Jan­nik Scha­a­ke ist ja auch für Pétan­que aktu­ell am Start, unse­rem eigent­lich ein­zi­gen, rich­ti­gen spor­ti­ven …“
    Wen­de­ler: „… ja, unab­hän­gi­gen Online-Maga­zin.“
    Dör­hö­fer: „Ja, also das ist auch ein Bom­ben-Spie­ler und kennt sich auch mega aus.“ 

  7. Yves Rako­to­ari­soa, Mar­cel Gbe­ta­ble, Jean Fran­çois Rako­ton­drai­ni­be, Fara N’Diaye – das sind die Gewin­ner der ers­ten Mas­ters-Etap­pe 2026. 
  8. Dylan Rocher, Die­go Riz­zi, Sté­pha­ne Robi­neau, Jean-Michel Puc­ci­nel­li – die Namen spre­chen für sich. 
  9. Ligan Doerr , Magny Bald­win, Chris­ti­an Andri­ants­he­ne­no, Sébas­tien Rous­se­au – Doerr wur­de am Wochen­en­de fran­zö­si­scher Meis­ter im Tri­plet­te, Bald­win und Rous­se­au stan­den im Fina­le, Andri­ants­he­ne­no im Vier­tel­fi­na­le 
  10. Es ist kom­pli­ziert. Mei­ne ers­te Ver­si­on, mit der ich die­se Kom­ple­xi­tät hier unter Nach­ge­legt auf­ar­bei­ten woll­te, muss ich als miss­lun­gen bezeich­nen. Also habe ich die­sen Text über­ar­bei­tet. Das Ergeb­nis ist immer noch kom­plex genug und wird nicht vie­len Ver­gnü­gen beim Lesen berei­ten. Aller­dings stellt das Durch­ein­an­der beim DPV auch hohe Anfor­de­run­gen an eine Auf­ar­bei­tung. 
  11. sie­he: Pro­to­koll des außer­or­dent­li­chen DPV-Ver­bands­tags vom 23. Febru­ar 2026 
  12. sie­he: Geschäfts­ver­tei­lungs­plan des DPV vom 9. Dezem­ber 2025 
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DPV gefällt Rode­rigs Arschloch

DPV gefällt Rode­rigs Arschloch

Chris­toph Rode­rig rech­net ener­gisch mit den destruk­tivs­ten Arsch­lö­chern im deut­schen Pétan­que ab. Dafür erhält er viel Zuspruch aus dem Deut­schen Pétan­que-Ver­band: Vom Vize­prä­si­den­ten über Espoirs-Kader­spie­ler bis zum ehe­ma­li­gen Bun­des­trai­ner wird Rode­rig unterstützt.

Ras­sis­mus und Rabauken

Ras­sis­mus und Rabauken

Der Hes­si­sche Pétan­que-Ver­band berich­te­te im Mai 2026 von diver­sen Über­grif­fen auf Ver­bands­tur­nie­ren: Es gab ras­sis­ti­sche Aus­sa­gen, sexua­li­sier­te Bemer­kun­gen, poli­ti­sche Pro­vo­ka­tio­nen und mehr. Vie­les bleibt dabei unklar: Was genau ist pas­siert? Gab es über­haupt Sank­tio­nen für die Rabauken?

Ich habe nicht fertig

Ich habe nicht fertig

Flo­ri­an Henne­kem­per schrieb am 11. April 2026 einen Arti­kel auf Face­book, in dem er die Arbeit der Pétan­que-Medi­en kri­ti­sier­te. Da auch Franks Pétan­que erwähnt wur­de, habe ich eine Gegen­re­de ver­fasst. Es kann nur hel­fen, wenn klar wird, war­um wir eine unab­hän­gi­ge Pétan­que-Fach­pres­se benötigen.

Ver­steck­te Projekte

Ver­steck­te Projekte

Am 23. Febru­ar 2026 tag­te ein außer­or­dent­li­cher Ver­bands­tag des Deut­schen Pétan­que-Ver­bands (DPV). Dort wur­den wich­ti­ge Pro­jek­te bespro­chen, die Öffent­lich­keit aber so gut wie nicht infor­miert. Man muss­te schon lan­ge suchen, um die bri­san­ten Ergeb­nis­se zu finden.

Geschwur­bel statt Kommunikation

Geschwur­bel statt Kommunikation

Die Ent­wick­lung in Sachen DPV-Hal­le ist mitt­ler­wei­le nur noch als Far­ce zu bezeich­nen. Nach der Ankün­di­gung „span­nen­der News“ durch Prä­si­dent Dör­hö­fer im Juli 2025 herrsch­te kom­plet­te Funk­stil­le zu dem The­ma. Der DPV berich­tet nichts – folg­lich sprie­ßen seit­dem Gerüchte.

Inter­view mit Micha­el Dörhöfer

Inter­view mit Micha­el Dörhöfer

Im August 2025 fand ein Inter­view mit Micha­el Dör­hö­fer (Prä­si­dent des Deut­schen Pétan­que-Ver­bands) statt. Das The­ma war die Öffent­lich­keits­ar­beit des Bundesverbands.

Damen-DM 2025 Tir de Précision

Damen-DM 2025 Tir de Précision

Nicht nur die wort­lo­se Über­tra­gung der Damen-DM 2025 im Tir de Pré­cis­i­on war beschä­mend. Auch die Nomi­nie­rung zur WM ist mut­los: Wegen ihres Alters wur­de Sil­va­na Lich­te, die neue Deut­sche Meis­te­rin im Schuß­wett­be­werb, dafür nicht berücksichtigt.

Bun­des­leis­tungs­zen­trum

Bun­des­leis­tungs­zen­trum

Der Pétan­que-Bun­des­ver­band DPV ver­öf­fent­lich­te einen Mas­ter­plan zum Auf­bau eines Bun­des­leis­tungs­zen­trums. Es soll eine Hal­le mit 32 Fel­dern, moder­ner Infra­struk­tur und zeit­ge­mä­ßem Video-Equip­ment für pro­fes­sio­nel­le Live-Über­tra­gun­gen gebaut werden.

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