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Spannende News zu langweilig für den DPV?
Geschwurbel statt Kommunikation
von Frank J.
veröffentlicht am 11. Februar 2026

veröffentlicht am

11. Februar 2026

Autor

Frank J.

Es war am 1. April 2025: Franks Pétan­que ver­öf­fent­lich­te einen Arti­kel über den Bau eines Bun­des­leis­tungs­zen­trums für unse­re Sport­art.1 Auf­merk­sa­me Leser­Innen erkann­ten, dass es sich ledig­lich um einen April­scherz han­del­te. Knapp vier Mona­te spä­ter deu­te­te DPV-Prä­si­dent Micha­el Dör­hö­fer dann irgend­wo im Face­book-Uni­ver­sum an, dass es Berich­tens­wer­tes zum The­ma Hal­le gebe. Seit­dem gab es jedoch nicht eine offi­zi­el­le Ver­laut­ba­run­gen des Deut­schen Pétan­que-Ver­bands zu den ange­kün­dig­ten Neu­ig­kei­ten. Die Kom­mu­ni­ka­ti­on des DPV als völ­lig unzu­rei­chend zu bezeich­nen, wäre stark untertrieben.

22. Juli 2025: Dörhöfer kündigt „spannende News“ zum Thema Boulehalle an.

Die prä­si­dia­le Note Dör­hö­fers aus dem Juli 2025, in der er tat­säch­lich „span­nen­de News zum The­ma Hal­le“ ver­sprach,2 ist mitt­ler­wei­le mehr als ein hal­bes Jahr alt. Seit­dem ver­lie­ren weder der Prä­si­dent noch sonst jemand aus dem Bun­des­ver­band ein offi­zi­el­les Wort zu dem Pro­jekt. Bereits zu Zei­ten des April­scher­zes gab es aber man­che, die gehört hat­ten, dass tat­säch­lich etwas in Pla­nung war. Wel­che Grün­de der DPV dafür hat­te, offi­zi­ell zu Schwei­gen, aber dann doch Infor­ma­tio­nen durch­zu­ste­chen, ist schwer vorstellbar.

Offen­bar hal­ten es der Prä­si­dent und sein Ver­band aber für völ­lig nor­mal, wenn so ein Infor­ma­ti­ons­bro­cken in die Run­de gewor­fen wird – natür­lich auf Face­book, das bekann­ter­ma­ßen kei­ne all­ge­mein zugäng­li­che Infor­ma­ti­ons­platt­form ist – und dann für die nächs­ten Mona­te nichts wei­ter folgt.

Kom­mu­ni­ka­ti­on im DPV: nied­ri­ge Standards

Wir haben uns dar­an gewöhnt: Die­se kom­mu­ni­ka­ti­ve Hilf­lo­sig­keit ist Stan­dard beim DPV. Selbst der Prä­si­dent räum­te die Pro­ble­me im Inter­view mit Franks Pétan­que im August 2025 zumin­dest teil­wei­se ein.3 Sei­ne Erkennt­nis hat­te jedoch kei­ne sicht­ba­ren Folgen.

Der DPV schaff­te es in den fol­gen­den Mona­ten bis heu­te nicht, etwas zum The­ma zu ver­öf­fent­li­chen. Die­je­ni­gen, die die­se Hal­le wohl letzt­lich bezah­len wer­den, tap­pen nach wie vor im Dun­keln. Was der Ver­band da vor hat und wie viel das kos­ten soll, wis­sen die Spieler­Innen nicht. Hat­te der Prä­si­dent in besag­tem Inter­view nicht mehr­fach man­geln­den Respekt gegen­über der Arbeit des DPV beklagt? Wo ist sein Respekt gegen­über denen, die er ver­tritt? War­um infor­miert der Bun­des­ver­band die „Fami­lie“ nicht, wie er die Pétan­que-Gemein­de ger­ne bezeich­net?4

War­um nicht nachfragen?

Klar, ich hät­te damals im Rah­men des Inter­views nach­fra­gen kön­nen, was es mit den Neu­ig­kei­ten über eine Hal­le des Bun­des­ver­bands auf sich hat. Aller­dings hielt ich es nicht für ange­bracht, über die­ses hin­ge­hal­te­ne Stöck­chen zu sprin­gen, denn das The­ma des Inter­views war nicht die Pla­nung eines Bun­des­leis­tungs­zen­trums, son­dern die jah­re­lan­gen Defi­zi­te im Bereich Kom­mu­ni­ka­ti­on des DPV.

Etwas erstaunt war ich aller­dings schon, dass der Prä­si­dent es nicht ein­mal ver­such­te, das The­ma in unser dama­li­ges Gespräch ein­zu­schmug­geln. Es war gera­de ein Monat ver­gan­gen, seit er die „span­nen­den News“ ange­kün­digt hat­te. War­um ließ er die­se Chan­ce aus, mit dem Hal­len­pro­jekt glän­zen zu können?

Hat­te er es ver­ges­sen? Das ist kaum glaub­haft. War er zu dis­zi­pli­niert und woll­te strikt beim The­ma des Inter­views blei­ben? Nein, ganz bestimmt nicht, denn Dör­hö­fer ver­such­te an diver­sen Stel­len, vom Kern­the­ma abzu­len­ken. Viel­mehr drängt sich die Ver­mu­tung auf, dass die News bereits im August 2025 schon nicht mehr so span­nend waren.

Was steckt dahinter?

Damals ahn­te ich selbst­ver­ständ­lich nicht, dass die DPV-Hal­le für das nächs­te hal­be Jahr dem DPV nicht mal eine Rand­no­tiz wert sein wür­de. Nein, im Gegen­teil: Ich war­te­te gespannt auf die ers­te Ver­öf­fent­li­chung dazu. Doch so sehr ich mich auch durch die DPV-Web­site klick­te und Such­ma­schi­nen kon­sul­tier­te: Ich fand nichts.5

DPV-Prä­si­dent Dör­hö­fer war – ent­ge­gen sei­ner sonst erkenn­bar mit­teil­sa­men Art – zur Hal­le so still wie eine Muschel im Schwei­ge­klos­ter. War das im Juli ange­kün­dig­te Hal­len­pro­jekt bereits im August geplatzt?

Aus ganz gut infor­mier­ten Krei­sen ver­lau­te­te, dass mög­li­cher­wei­se noch nichts in tro­cke­nen Tüchern sei. Da es in der Ver­gan­gen­heit des DPV nie gelun­gen sei, eine begon­ne­ne Pla­nung in den tat­säch­li­chen Bau einer Hal­le zu über­füh­ren, sei man im DPV viel­leicht vor­sich­tig gewor­den. Wenn es so wäre: Gut, kann man so machen.

Läs­ti­ges Fußvolk

Ande­rer­seits wäre es doch nicht unin­ter­es­sant für uns Zah­len­de zu erfah­ren, ob der DPV bereits Geld für die Pla­nun­gen der Hal­le in die Hand genom­men hat – und wenn ja, um wel­che Beträ­ge es sich han­delt. Ist es auf Sei­ten des DPV nicht vor­stell­bar, dass die Bou­le­ge­mein­de viel­leicht ganz ger­ne mehr dar­über wüss­te, was die Chef­eta­ge mit unse­ren Bei­trä­gen macht?

Mög­li­cher­wei­se ist dem DPV das aber egal: In finan­zi­el­len Ange­le­gen­hei­ten hält er sich seit Jah­ren bedeckt. Selbst ein Ver­band mit zwei­fel­haf­tem Ruf wie der Deut­sche Fuß­ball-Bund ver­öf­fent­licht regel­mä­ßi­ge Finanz­be­rich­te.6 Die sind zwar im Sin­ne von Trans­pa­renz bei Wei­tem nicht detail­liert genug, aber im Ver­gleich zu dem, was der DPV über sei­ne Finan­zen ver­öf­fent­licht, eine infor­ma­ti­ve Gold­gru­be. War­um kann das unser Pétan­que-Bun­des­ver­band nicht eben­falls – oder sogar besser?

Könn­te er sicher. Müss­te er auch. Es ist von den Ver­ant­wort­li­chen im DPV aber nicht gewünscht, dass das Fuß­volk mit sol­chen Din­gen behel­ligt wird. Seit Jah­ren wird gegen die Infor­ma­ti­onpflich­ten in Bezug auf die Etat­pla­nung des Bun­des­ver­bands ver­sto­ßen. Man ist beim DPV (nach bis­he­ri­gen Recher­chen aber wohl auch bei den Lan­des­ver­bän­den) nicht an Öffent­lich­keit inter­es­siert: Die Rege­lung in der Finanz­ord­nung, dass die Ver­ei­ne über die Etat­pla­nung zu infor­mie­ren sind, wird jedes Jahr aufs Neue aufs Gröbs­te ver­letzt.7

Aber das passt schon: Trans­pa­renz hat­te im DPV ja sel­ten einen hohen Stel­len­wert. Zwar kün­dig­te Dör­hö­fer nach sei­ner Wahl in das Exe­cu­ti­ve Com­mit­tee des Welt­ver­bands F.I.P.J.P. an, für mehr Trans­pa­renz sor­gen zu wol­len8 – aber das galt sicher­lich nur für den Welt­ver­band und nicht für den DPV.

Nicht unko­misch ist in die­sem Zusam­men­hang, dass Trans­pa­ren­cy Mike seit kur­zem für die Finan­zen der F.I.P.J.P. zustän­dig ist. Ein Schelm, der dabei Böses denkt?

Durch­ge­si­ckert!

Die DPV-Boulehalle in Rodgau findet Erwähnung bei Hein Fuhrmanns boule4you.de.

Doch zurück zur DPV-Hal­le: Was gibt’s denn nun an Gerüch­ten? Stut­zig macht, dass man­che bereits den poten­ti­el­len Stand­ort ken­nen (Rod­gau). Wenn dann noch der vom DPV wahr­lich nicht ver­hät­schel­te Hein Fuhr­mann auf boule4you.de berich­tet, dass „die Finan­zie­rung gesi­chert zu sein scheint“, dann freut das Hein mög­li­cher­wei­se, weil er ja wohl ziem­lich exklu­siv berich­ten kann.9 Woher er die Infor­ma­tio­nen hat, bleibt unklar. (Anmer­kung vom 13. Febru­ar 2026: Hein Fuhr­mann hat sich mitt­ler­wei­le auf Face­book dazu geäu­ßert, sie­he Nach­trag am Ende des Artikels.)

Wenn aber angeb­lich bereits Stand­ort und Finan­zie­rung gesi­chert sind – was hält den Ver­band davon ab, dar­über zu infor­mie­ren? Aber auch ohne tro­cke­ne Tücher wäre eine gele­gent­li­che Notiz des DPV über den gene­rel­len Stand mög­lich, oder?

Gibt’s Ant­wor­ten auf die­se Fra­gen? Ja, und sie gehen immer wie­der in die sel­be Rich­tung: Es ist das Kom­mu­ni­ka­ti­ons­pro­blem des Bun­des­ver­bands. Anstatt sei­tens des DPV trans­pa­rent für alle zu berich­ten, begnügt man sich mit einer dif­fu­sen Bemer­kung hier (Dör­hö­fer) und inter­nen Aus­sa­gen für bestimm­te Krei­se dort. Im Ergeb­nis sickern dann irgend­wel­che Infor­ma­tio­nen irgend­wie an irgend­wen durch.

Das ist nicht anders ein­zu­stu­fen als unse­riö­se Arbeit unse­res Bun­des­ver­bands, der es nicht schafft, ein offi­zi­el­les State­ment auf der DPV-Web­site zu ver­öf­fent­li­chen. Ist das ver­wun­der­lich? Nein, denn der DPV hat kein Kommunikationskonzept.

Der neue Besen

Dabei müss­te er eins haben, wenn man die Wor­te des DPV ernst nimmt. Am 24. Novem­ber 2025 ver­öf­fent­lich­te Dör­hö­fer einen Arti­kel zum DPV-Ver­bands­tag 2025. Dar­in geht er auch auf die dort anste­hen­de, aber trotz­dem nicht erfolg­te Wahl der neu­en Vize­prä­si­den­tIn Kom­mu­ni­ka­ti­on ein. Die Posi­ti­on blie­be vor­erst unbe­setzt, so Dör­hö­fer, denn:

„Auf Wunsch des bestehen­den Teams sol­len zunächst struk­tu­rel­le Ver­än­de­run­gen erfol­gen. Ein außer­or­dent­li­cher Ver­bands­tag soll fol­gen, sobald das neue Kon­zept steht.“ 10

Bei genaue­rem Hin­den­ken ist das inter­es­sant. Wie kann die­se kur­ze Aus­sa­ge Dör­hö­fers ver­stan­den werden?

  1. „Das Team“ wünscht struk­tu­rel­le Ver­än­de­run­gen. Wer den Bereich der Kom­mu­ni­ka­ti­on im DPV in den letz­ten Jah­ren beob­ach­tet hat, wird sich die­sem Wunsch anschlie­ßen. Schön wäre es natür­lich gewe­sen, hier Ross und Rei­ter zu benennen.
  2. Es wird an einem Kon­zept gear­bei­tet. Ein löb­li­ches Vor­ge­hen, denn ent­we­der wur­de bis­her kon­zept­los gear­bei­tet – oder das bestehen­de war schlech­ter als miserabel.
  3. Spä­ter, also bei Vor­lie­gen eines Kon­zepts, soll­te ein außer­or­dent­li­cher Ver­bands­tag ein­be­ru­fen wer­den. Wenn das in die­sem Zusam­men­hang erwähnt wird, dürf­te es dabei ja vor­nehm­lich um die Wahl des oder der neu­en Kom­mu­ni­ka­ti­ons­che­fin gehen, die oder der das Kon­zept ver­ant­wor­ten soll.

So ähn­lich dürf­ten die Gedan­ken und Plä­ne des Ver­bands gewe­sen sein.

Pla­nung und Realität

Nur neun Tage spä­ter, am 3. Dezem­ber 2025, ver­kün­de­te der DPV-Prä­si­dent dann, dass es einen neu­en Vize­prä­si­den­ten Kom­mu­ni­ka­ti­on gebe: Axel Lem­cke wur­de auch ohne den ange­kün­dig­ten außer­or­dent­li­chen Ver­bands­tag ernannt11 – was geüb­te Tra­di­ti­on im DPV ist. Bereits Lem­ckes Vor­gän­ge­rin und deren Vor­gän­ger wur­den vom DPV-Vor­stand ein­ge­setzt, anstatt auf einem Ver­bands­tag gewählt zu wer­den.12 13

Seit zehn Wochen ist der neue Vize­prä­si­dent Kom­mu­ni­ka­ti­on nun im Amt. Dör­hö­fer lob­te ihn in sei­nem Arti­kel vom 3. Dezem­ber 2025 über den grü­nen Klee: Axel Lem­cke wur­de vor­ge­stellt als jemand, der „aus­ge­präg­te Sprach­kennt­nis­se“ hat, „beim jüngs­ten Län­der­po­kal gemein­sam mit Micha­el ein Spiel“ kom­men­tier­te14 und „der immer zur Stel­le war, wenn es eng wurde“.

Das sind die erwart­ba­ren, dün­nen, ja fast hilf­los-blau­äu­gi­gen Aus­sa­gen eines Micha­el Dör­ho­fers. Und er hat sie nicht spon­tan im Gespräch for­mu­liert – wo schon mal ein Lap­sus pas­sie­ren kann – nein, er hat sie gut durch­dacht zu Papier gebracht.

Merkt der obers­te Ver­tre­ter des Pétan­que in Deutsch­land nicht, dass da etwas Ent­schei­den­des fehlt? Was ist mit den erfor­der­li­chen Kern­kom­pe­ten­zen für so ein Amt?

Für den Chef des DPV reicht es als Qua­li­fi­ka­ti­on für die­sen Job des Vize­prä­si­den­ten Kom­mu­ni­ka­ti­on aus, wenn man mit ihm schon mal eine Pétan­que-Par­tie kom­men­tiert hat. Das ist dürf­tig, hat aber Tra­di­ti­on im DPV: Frü­her wur­de als vize-prä­si­dia­le Qua­li­fi­ka­ti­on im Kom­mu­ni­ka­ti­ons­be­reich auch schon mal ein­zig ein „beherrscht das Cut­ten von Fil­men“ aufgeführt.

Auf der obers­ten Posi­ti­on im Bereich Kom­mu­ni­ka­ti­on braucht es eine Per­son, die die lang­jäh­ri­gen Ver­säum­nis­se und das weit­ge­hen­de Schei­tern in die­sem Bereich ana­ly­siert, ein Kon­zept zur Ver­bes­se­rung in den ver­schie­de­nen Berei­chen vor­legt – und die­ses auch umsetzt. Und das nicht nur selbst­be­wusst, struk­tu­riert und ziel­ge­rich­tet, son­dern auch schnell, effek­tiv und am bes­ten mit immens mehr Pro­fes­sio­na­li­tät, als die Vor­gän­ge­rIn­nen gezeigt haben.

In der Beschrei­bung des neu­en Kom­mu­ni­ka­ti­ons­chefs durch den DPV taucht nichts davon auf. Genau betrach­tet hat Dör­hö­fers Auf­zäh­lung von Bana­li­tä­ten den neu­en Vize­prä­si­den­ten bereits demon­tiert. Für wie blöd hält der Prä­si­dent sei­ne Fami­lie, dass die sich – wie­der ein­mal – mit einem Kom­mu­ni­ka­ti­ons­chef zufrie­den gibt, der ein paar Par­tien Pétan­que kommentiert?

Hof­fen wir, dass Axel Lem­cke uns posi­tiv über­rascht. Anzei­chen dafür gibt es nach 60 Tagen – keine.

„Ist das nicht alles bereits depri­mie­rend genug?“ frag­te mich die Dou­blet­te-Part­ne­rin, als ich ihr hier­von erzähl­te. Sie kennt mich gut und ahn­te, dass es noch nicht das Ende der Geschich­te war. Sie hat­te wie immer Recht: Es geht immer noch schlimmer.

Face­book-Geschwur­bel

Wenn der DPV schon kei­ne Kom­mu­ni­ka­ti­on kann, dann ist es irgend­wie ja fol­ge­rich­tig und wenig über­ra­schend, wenn die Din­ge manch­mal voll­ends aus dem Ruder lau­fen. So wie hier:

Facebook-Geschwurbel des DPV (29.1.2026)

In einem Kom­men­tar, den der offi­zi­el­le DPV-Account auf Face­book abge­son­dert hat, äußert sich unser Ver­band zur Fra­ge eines Spor­t1-Redak­teurs zu einem mög­li­chen Boy­kott der Män­ner-Fuß­ball-Welt­meis­ter­schaft 2026. Sicher wer­den alle Leser­Innen den­ken: „Ganz klar, das ist ein Kern­the­ma für unse­ren Ver­band, zu dem drin­gend Stel­lung genom­men wer­den muss!“

Das mein­te der DPV dazu anmer­ken zu müssen:

„Deutsch­land ist sehr gut dar­in, sich selbst als Vor­bild zu erzählen.

Die Welt ist sehr gut dar­in, Deutsch­land zu igno­rie­ren, wenn es teu­er, lang­sam oder unprak­tisch ist.“15

Schafft es die­ser Ver­band nun auch noch, in die Schwurb­ler-Ecke abzudriften?

Man­gels ande­rer Infor­ma­ti­on ist für die­ses Zitat erst ein­mal der Kom­mu­ni­ka­ti­ons-Chef ver­ant­wort­lich. Ent­we­der stammt es direkt von ihm, oder er hat sei­nen Laden nicht im Griff, so dass irgend­wer im Namen des DPV sol­che Kom­men­ta­re abge­ben kann. Ganz egal wie der Sach­ver­halt ist: Ich erwar­te von den Füh­rungs­kräf­ten in „mei­nem“ Ver­band etwas anderes.

Viel­leicht wird aber auch so ein Schuh draus: Was küm­mert den DPV die Infor­ma­ti­on der Spieler­Innen über ein Bun­des­leis­tungs­zen­trum, wenn man über die Welt­la­ge bei Face­book schwur­beln kann?

Wer gehofft hat­te, dass neue Besen gut keh­ren, sieht sich bis­her getäuscht.

Nach­trä­ge zum Artikel

Das The­ma ist bri­sant und ver­mut­lich nicht „ein­fach so“ erle­digt. Bereits weni­ge Stun­den nach der Ver­öf­fent­li­chung des Arti­kels tauch­ten wei­te­re Aspek­te auf. Die­se wer­den hier als Nach­trä­ge eingestellt.

Betriebs­blin­der Autor

12. Febru­ar 2026

23. Juli 2025: Hein Fuhrmann erwähnt eine in Raunheim geplante Halle.

Es stand direkt vor mei­ner Nase, direkt unter Micha­el Dör­hö­fers Kom­men­tar auf Face­book mit den „span­nen­den News“! Trotz­dem hat­te ich es auf dem Screen­shot tage­lang über­se­hen, wäh­rend ich an die­sem Arti­kel arbei­te­te: Eben­falls im Juli 2025 erwähn­te Hein Fuhr­mann, dass die neue Hal­le in Raun­heim ent­ste­hen soll­te. Dör­hö­fer dürf­te das gele­sen haben, denn er füg­te danach noch einen Kom­men­tar zur Dis­kus­si­on hin­zu. Über eine Andro­hung recht­li­cher Schrit­te durch Micha­el Dör­hö­fer gegen Hein Fuhr­mann wegen der fal­schen Aus­sa­ge (mitt­ler­wei­le ist das ja geklärt, sie­he unten: Rod­gau oder Raun­heim – Haupt­sa­che Hes­sen) ist nichts bekannt.

Geht’s noch mehr durcheinander?

DPV droht recht­li­che Schrit­te gegen Ulli Brülls an

12. Febru­ar 2026

Dörhöfer droht Ulli Brülls mit rechtlichen Schritten (Screenshot von ptank.de)

Im Rah­men der Recher­chen zu die­sem The­ma ist mir ent­gan­gen, dass auch Ulli Brülls auf ptank.de etwas zur geplan­ten Hal­le ver­öf­fent­licht hat. In einem recht ver­steck­ten Bei­trag in der Side­bar sei­ner Web­site16 fin­det sich eine uner­war­te­te Facet­te: DPV-Prä­si­dent Dör­hö­fer soll gegen­über Ulli Brülls mit recht­li­chen Schrit­ten gedroht haben, weil Letz­te­rer behaup­tet hat­te, dass es Plä­ne der Stadt Rod­gau gebe, eine gro­ße Bou­le­hal­le zu errichten.

Ulli Brülls nennt als Quel­le Wil­fried Fal­ke, der Prä­si­den­ten des Nie­der­säch­si­schen Pétan­que-Ver­bands (NPV) ist. Fal­ke soll über die DPV-Bou­le­hal­le am 7. Febru­ar 2026 auf der Mit­glie­der­ver­samm­lung des NPV berich­tet haben. Woher Fal­ke die fal­sche (?) Infor­ma­ti­on hat­te, ist nicht bekannt.

Rod­gau oder Raun­heim – Haupt­sa­che Hessen

13. Febru­ar 2026

Erfreu­lich schnell konn­te Hein Fuhr­mann die Ver­wir­rung um Raunheim/Rodgau auf­klä­ren (sie­he Nach­trag: Betriebs­blin­der Autor). Raun­heim war einer Gedächt­nis­lü­cke geschul­det. Rod­gau ist der rich­ti­ge Ort.

Vier Mil­lio­nen Sponsorengeld?

13. Febru­ar 2026

12. Februar 2026: Hein Fuhrmann stellt einiges klar.

Die Wege der Gerüch­te sind nicht immer uner­gründ­lich. Hein Fuhr­mann stellt auf Face­book klar, dass sei­ne Quel­le unter ande­rem ein Spie­ler aus Rod­gau war. Die­ser Spie­ler erwähn­te vor Zeu­gen, dass eine „hes­si­schen Fir­ma […] das gan­ze wohl mit 4 Mil­lio­nen Spon­so­ren soll/wird.“

Wel­che „hes­si­sche Fir­ma“ mag das sein? Wel­ches Unter­neh­men wür­de vier Mil­lio­nen Euro für eine Nischen­sport­art wie Pétan­que aus­ge­ben? Wohl kein Unter­neh­men, das in Wall­dorf sitzt – dann wären Plä­ne für die nicht gebau­te DPV-Hal­le wohl eher dort ange­sie­delt und nicht in Rodgau.

Ich woll­te den Begriff „Räu­ber­pis­to­le“ hier nicht ver­wen­den. So benut­ze ich bes­ser „wil­de Geschich­te“ als Syn­onym. Also: Dass jemand vier Mil­lio­nen in den Pétan­que-Sport inves­tiert, liest sich wie eine wil­de Geschich­te. Aber eine Räu­ber­pis­to­le ist natür­lich undenk­bar, wenn Dör­hö­fer und Co. mit am Tisch saßen oder sitzen.

So gibt es ja viel­leicht eine unbe­kann­te Bou­le­freun­dIn in Deutsch­land, die oder der so wohl­ha­bend ist, dass da ohne viel Auf­he­bens vier Mil­lio­nen aus der Por­to­kas­se gestif­tet wer­den können?

Wir soll­ten ab jetzt dar­auf ach­ten, wer auf dem Boule­platz beson­ders dicke Gold­kett­chen trägt oder aus einem Bent­ley vor dem Bou­lo­dro­me aus­steigt, wäh­rend ein Fah­rer die Tür aufhält.

Schluß mit den Gerüch­ten! Viel­leicht ahnt der DPV ja nun, dass eine gute Kom­mu­ni­ka­ti­ons­stra­te­gie die­ses Infor­ma­ti­ons-Wirr­warr eben­so wie Dro­hun­gen mit „recht­li­chen Schrit­ten“ hät­te ver­hin­dern können?


  1. sie­he: Bun­des­leis­tungs­zen­trum, Arti­kel von Frank Jer­mann vom 1. April 2025. 
  2. sie­he: Dör­hö­fers Kom­men­tar in sei­ner Dis­kus­si­on mit mir bei Pétan­que aktu­ell auf Face­book, zuletzt abge­ru­fen am 14. Febru­ar 2026. 
  3. Micha­el Dör­hö­fer äußer­te sich im Rah­men des Inter­views zum The­ma DPV-Kom­mu­ni­ka­ti­on an einer Stel­le ein­sich­tig: „Ich geb‘ dir natür­lich recht, wir kön­nen das bes­ser machen, …“, nach­zu­le­sen im Tran­skript des Inter­views auf Sei­te 6. 
  4. Micha­el Dör­hö­fer im Inter­view: „Wir sind eine Boule-Fami­lie und wir soll­ten uns hel­fen. Das ist, glau­be ich, die Mes­sa­ge, die ich rüber­brin­gen möch­te, …“, nach­zu­le­sen im Tran­skript auf Sei­te 21, a.a.O. 
  5. Also natür­lich fand ich nicht nichts. Was eine Suche auf der Web­site des DPV auch heu­te immer noch aus­spuckt, ist der Daten­müll: sinn­lo­se tech­ni­sche Codes und zum Teil völ­lig ver­al­te­te Inhal­te. Die Grund­la­ge hier­für sind tech­ni­sche Über­for­de­rung, man­geln­de Sorg­falt und Kon­zep­ti­ons­lo­sig­keit beim DPV hin­sicht­lich sei­nes des Web­auf­tritts. Ver­ant­wort­lich: das Kom­mu­ni­ka­ti­ons-Team. 
  6. Der Deut­sche Fuß­ball-Bund ver­öf­fent­licht min­des­tens seit 2015 jähr­li­che Finanz­be­rich­te, zuletzt abge­ru­fen am 14. Febru­ar 2026. 
  7. Hier­zu ist ein Arti­kel in Arbeit. 
  8. Hier­zu ver­fass­te qlaq.de im Jahr 2024 einen April­scherz, in dem Micha­el Dör­hö­fer der Spitz­na­me „Trans­pa­ren­cy-Mike“ ver­passt wur­de, zuletzt abge­ru­fen am 14. Febru­ar 2026. 
  9. sie­he: Wahl Spie­ler des Jah­res 2025, Arti­kel von Hein Fuhr­mann vom 24. Janu­ar 2026; zuletzt abge­ru­fen am 10. Febru­ar 2026. 
  10. sie­he: Zusam­men­fas­sung des Ver­bands­tags 2025 des Deut­schen Pétan­que-Ver­bands, Arti­kel von Micha­el Dör­hö­fer vom 24. Novem­ber 2025; zuletzt abge­ru­fen am 10. Febru­ar 2026. 
  11. sie­he: Neu­er Vize­prä­si­dent Kom­mu­ni­ka­ti­on im Deut­schen Pétan­que-Ver­band, Arti­kel von Micha­el Dör­hö­fer vom 3. Dezem­ber 2026; zuletzt abge­ru­fen am 10. Febru­ar 2026 
  12. sie­he: Neue DPV-Vize­prä­si­den­tin – Kom­mu­ni­ka­ti­on, Arti­kel von Karl-Josef Flühr, DPV Vize­prä­si­dent Inne­res, vom 15. Febru­ar 2025, zuletzt abge­ru­fen am 14. Febru­ar 2026. 
  13. sie­he: Posi­ti­ons­wech­sel im DPV-Prä­si­di­um, Arti­kel von Chris­toph Rode­rig vom 1. Juli 2021, zuletzt abge­ru­fen am 14. Febru­ar 2026. 
  14. Tat­säch­lich war das locke­re Geplau­der beim Län­der­po­kal­spiel zwi­schen Hes­sen und Baden-Würt­tem­berg eine Wohl­tat gegen­über dem Schumann’schen Gebab­bel beim Län­der­po­kal des Vor­jahrs. Auch wenn Micha­el Dör­hö­fer und Axel Lem­cke dem Spiel eher wenig Auf­merk­sam­keit schenk­ten – wenn man in all den Jah­ren dem Geplap­per der „alten Gar­de“ aus­ge­setzt war, dann ist die Dank­bar­keit für eine erträg­li­che Kom­men­tie­rung schon groß. 
  15. sie­he: Dis­kus­si­on auf Face­book, Kom­men­tar des DPV vom 29. Janu­ar 2026; zuletzt abge­ru­fen am 10. Febru­ar 2026 
  16. sie­he: Gro­ße Hal­le in Rod­gau, Ulli Brülls auf ptank.de, man muss ver­mut­lich bereits in weni­gen Tagen danach suchen, wenn die Rand­no­tiz von der Start­sei­te ver­schwun­den ist, zuletzt abge­ru­fen am 14. Febru­ar 2026. 
Cochonnet

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Inter­view mit Micha­el Dörhöfer

Inter­view mit Micha­el Dörhöfer

Im August 2025 fand ein Inter­view mit Micha­el Dör­hö­fer (Prä­si­dent des Deut­schen Pétan­que-Ver­bands) statt. Das The­ma war die Öffent­lich­keits­ar­beit des Bundesverbands.

Damen-DM 2025 Tir de Précision

Damen-DM 2025 Tir de Précision

Nicht nur die wort­lo­se Über­tra­gung der Damen-DM 2025 im Tir de Pré­cis­i­on war beschä­mend. Auch die Nomi­nie­rung zur WM ist mut­los: Wegen ihres Alters wur­de Sil­va­na Lich­te, die neue Deut­sche Meis­te­rin im Schuß­wett­be­werb, dafür nicht berücksichtigt.

Bun­des­leis­tungs­zen­trum

Bun­des­leis­tungs­zen­trum

Der Pétan­que-Bun­des­ver­band DPV ver­öf­fent­lich­te einen Mas­ter­plan zum Auf­bau eines Bun­des­leis­tungs­zen­trums. Es soll eine Hal­le mit 32 Fel­dern, moder­ner Infra­struk­tur und zeit­ge­mä­ßem Video-Equip­ment für pro­fes­sio­nel­le Live-Über­tra­gun­gen gebaut werden.

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