„Falsch!“ Sehr energisch äußerte sich Michael Dörhöfer zu der Aussage, der Verband habe Hein Fuhrmann gekündigt. Heins Ausführungen, die hierzu etwas anderes beschreiben, wurden vom DPV seit ihrer Veröffentlichung im Oktober 2022 nicht kommentiert. Nun endlich, knapp drei Jahre später, hört man also dazu etwas vom DPV. Was aber soll man glauben?
Unstrittig dürfte sein, dass Hein Fuhrmann sich bei seiner Arbeit für den DPV sehr engagiert hat. Er legt das in seinem offenen Brief ausführlich und nachvollziehbar dar. Dass es Ärger gab, wird ebenfalls von niemandem bestritten.
Hein Fuhrmann hat seine Mitarbeit im DPV letztlich selbst aufgekündigt. Die entscheidende Frage ist, ob man ihn vorher seitens des Verbands vor die Tür gesetzt, gekündigt, oder schlicht rausgeekelt hat. Stand heute ist das nicht sicher zu klären – es stehen Aussage gegen Aussage.
Nun mögen sich manche vielleicht auf den Standpunkt stellen, dass es eine Auseinandersetzung um des Kaisers Bart ist, wer da nun wem was angetan hat. Ich empfinde das anders. Der DPV ist ein Verband, der knapp 30.000 SpielerInnen vertritt. Das ist kein Rommé-Club mit acht Leuten, die sich jeden Donnerstag mit einer Flasche Eierlikör zum Karteln treffen.
Nein, der DPV ist ein Verband, der pro Jahr geschätzt eine dreiviertel Million umsetzt, der im internationalen Geschäft präsent ist und dessen Präsident mit einer WM in Deutschland liebäugelt. Anders als in meinem kleinen Verein in Brachttal, bei dem es mir eigentlich schnietzpupegal ist, wenn die Mullahs ihre kleinen autokratischen Machtspielchen praktizieren, um jemanden auszugrenzen, sollte es den Beteiligten – also den Landesverbänden und auch allen SpielerInnen – nicht gleichgültig sein, was „diese kleine Firma“ anstellt.
Ich habe Hein Fuhrmanns Darstellung in seinem offenen Brief immer als offen und ehrlich eingestuft. Der DPV hat sich seit drei Jahren nicht zu dem Fall geäußert. Jetzt endlich stellt Michael Dörhöfer eine andere Sichtweise dar, die allerdings lediglich darauf beruht, dass Hein selbst aus dem Kommunikationsausschuss ausgetreten ist – was im übrigen unstrittig ist. Ob ihm vorher aber übel mitgespielt wurde, das ist der entscheidende Knackpunkt – den der DPV-Präsident nicht widerlegen konnte.
Es kann doch wohl nicht angehen, dass der Präsident anbietet, privat zu erklären, was an Hein Fuhrmanns Darstellung nicht stimmt, der Verband aber dazu schweigt. Damit verspielt nicht nur Michael Dörhöfer seine Glaubwürdigkeit, sondern der gesamte DPV.
Sollte mit Hein Fuhrmann seitens des DPV unredlich umgegangen worden sein – und ich finde, dass viel dafür spricht – dann zeige ich selbstverständlich Solidarität mit ihm. Es ist am DPV, eventuelle Unrichtigkeiten aufzuklären. Statt dessen steckt der Verband wieder einmal nur den Kopf in den Sand und tut so, als sei nichts geschehen.
Diverse andere Fälle – Rücktritte oder Rausschmisse von TrainerInnen und SpielerInnen – wurden vom DPV seit vielen Jahren genauso behandelt. Man schweigt.
Ich habe den Eindruck, dass man im Verband deshalb schweigt, weil man ansonsten angreifbar wäre.
Das Interview
Das Interview steht als Video und in Textform zur Verfügung. Beides ist auf der Hauptseite zum Dörhöfer-Interview zu finden:
Nachgelegt
Der eine oder andere im Interview angesprochene Punkt ist es Wert, separat betrachtet zu werden. Schauen wir also genauer hin:

Der Präsident
Es sollte nicht um ihn gehen. Michael Dörhöfer erzählte trotzdem über sich. Aufschlußreich!

Die Haftung
Grund zur Sorge? Der Präsident sieht sein Privatverögen durch seine Verbandsarbeit in Gefahr.

Traineraffaire
Das Thema wurde vom Präsidenten fast panisch abgewürgt. Worum wäre es dabei gegangen?

Müll!
Was ist dran am Vorwurf, dass die Arbeit Ehrenamtlicher als „Müll“ bezeichnet wurde?

Wird fortgesetzt
Die Nachbetrachtungen werden fortgesetzt: Es gibt weitere Punkte, die zu beleuchten sind.

