Die Rede Trappatonis vom 10. März 1998 wird häufig als Wutrede bezeichnet.1 Nun tauchte Trappatonis berühmtes „Ich habe fertig“ in einem Facebook-Artikel auf – und dort wurde auch Franks Pétanque erwähnt. Der Autor, Florian Hennekemper, zeigt sich in seinem Artikel erkennbar verstimmt über die Rolle mancher Medien in der Pétanque-Szene.2 Florians Ausführungen bedürfen einer Gegenrede.
Wir verfolgen beide ziemlich sicher das selbe Ziel, Florian: Wir wollen das Pétanque in Deutschland voran bringen. Allerdings haben wir recht unterschiedliche Vorstellungen davon, wie das erreicht werden kann. Während von Dir vor allem eine harmonische Vorgehensweise gewünscht wird, in der alle an einem Strang ziehen, sehe ich das Problem, dass ich vieles im Deutschen Pétanque-Verband nicht mittragen kann.
Ich möchte unsere unterschiedlichen Herangehensweisen etwas eingehender betrachten und werde im Folgenden auf die von Dir hervorgebrachten Aspekte eingehen. Ich gehe davon aus, dass Dir Dein Anliegen ernst ist, wenn Du morgens um 2 Uhr einen Facebook-Artikel schreibst. Genauso ernst und sorgfältig will ich mich nun damit auseinandersetzen.
Die Quintessenz
Unterm Strich erkenne ich zwei Appelle in Deinem Artikel:
- Die Pétanque-Medien von Ulli Brülls (ptank.de), Hein Fuhrmann (boule4you.de) und Frank Jermann (franks-petanque.de) sollen mit dem Verband arbeiten statt gegen ihn. Vorbild soll dabei Jannik Schaakes Arbeit (petanque-aktuell.de) sein.
- Wer mit dem Bundesverband nicht einverstanden ist, die oder der darf das „gerne kundtun“ – muss sich dann aber in die Verbandsarbeit einbringen („selber aufstellen und machen!!!“).
Sollte ich etwas falsch verstanden haben, bitte ich um einen Hinweis.
Das Beiwerk
Der größte Teil Deines Artikels hat keinen oder nur sehr wenig Bezug zu dem, was ich oben als Quintessenz herausgearbeitet habe. Diese Abschnitte sind Beiwerk. Ihre Relevanz für Deine Kernaussagen erschließt sich mir nicht:
- Da taucht etwas zu „Herzblut“ auf. Willst Du das – im Gegensatz zu den Verantwortlichen im DPV, denen Du Herzblut attestierst – anderen absprechen?
- Du platzierst ein Dankeschön für „verschiedene Plattformen“. Es bleibt unklar, welche Du meinst. Handelt es sich um die vom DPV betriebenen Auftritte bei YouTube, Facebook, Instagram und WhatsApp – oder bedankst Du Dich bei den von Dir genannten Medien?
- Die Aussage Deines Ausflugs in die Zeiten von au fer und Pétanque International erschließt sich mir nicht – die Erwähnung der Streitigkeiten zwischen den Herausgebern der Publikationen eingeschlossen.
- Ebenso ergeht es mir mit Deinem Dank für die Turniere, die damals von privaten Organisatoren veranstaltet wurden.
Diesen Teil hake ich ab. Wenn er wichtig für Deine Aussage sein sollte, dann habe ich das nicht verstanden und eine Erklärung wäre hilfreich.
Was fehlt
Mein größtes Problem mit Deinem Artikel besteht aber darin, dass es Deinen Kernpunkten an Begründungen mangelt. Grundsätzlich fehlen Deinem Artikel hierzu nachprüfbare Fakten und/oder Beispiele. Um das zu verdeutlichen, zitiere ich Deine Kernaussagen und stelle ihnen meine detaillierte Sicht gegenüber:
DPV: der sportliche Bereich
„Der Deutsche Petanque Verband hat in den letzten Jahren sehr viel erreicht und an Ansehen gewonnen, ob es auf Verbandsebene oder auch im sportlichen Bereich ist!!!“
Florian Hennekemper
Dein generelles Lob für den Verband empfinde ich als überraschend. Beispiele lieferst Du keine. Stimmt Dein positives Fazit?
Klar, der sportliche Bereich hat sich im Jahr 2025 im internationalen Vergleich verbessert. Wie groß war aber der Anteil des DPV an dem guten Spiel der Europameister? Welchen Anteil hat er bei der Entwicklung von Maria Hein zu einer guten Tireuse?
Nun, ich gönne dem Verband, sich mit den Erfolgen seiner SpielerInnen zu schmücken. Wenn er diese für sich reklamiert, dann sollte er sich aber auch das eher schwache Abschneiden an anderer Stelle – beispielsweise bei der WM 2025 in Rom – auf seine Fahnen schreiben. Darüber schweigt sich der DPV aus.
Ich finde: Ein so generelles Lob kann man dem Verband in sportlicher Hinsicht nicht aussprechen.
DPV: die Verbandsebene
Wie sieht es auf der von Dir erwähnten Verbandsebene aus? Ich meine, gerade in diesem Bereich bietet der DPV kaum Grund zur Freude. Das Gegenteil ist der Fall. Dafür gibt es viele Beispiele:
- Umgang mit Nationalspielerinnen
Das Verhalten des DPV hinsichtlich des Rücktritts der drei Nationalspielerinnen Carolin Niermann, Eileen Jenal und Anna Lazaridis3 im Jahr 2024 war erschreckend, ja, verstörend. Es gab detailliert geschilderte Vorwürfe und viele bestätigende Kommentare – auch aus anderen Nationalverbänden – über die unakzeptablen Ausbrüche und das mangelhafte, ja, sogar kontraproduktive Coaching der Bundestrainerin Lara Koch.4 Trotzdem hielt der DPV an ihr fest. Ob man den internen Quellen glauben kann, dass der Ehemann der Trainerin, Sascha Koch, mit Rücktritt gedroht haben soll, falls der DPV seine Frau freistellen würde? Ich halte die Aussagen für glaubwürdig – und das Verhalten des Bundesverbands für nicht akzeptabel. - Der Aufstiegsskandal 2024
Der Verband gab eine völlig abwegige Einschätzung hinsichtlich des Aufstiegs von Oppau/Lübeck ab. Ohne Not und in der Sache substanzlos positionierte sich der gesamte damalige Vorstand zu Gunsten von Oppau. Mehr Inkompetenz ging nicht.5 - Die Öffentlichkeitsarbeit des Verbands
Erfolge werden auf der Website nicht herausgestellt, viele nebensächliche Meldungen, die lediglich Selbstbeweihräucherung sind, verdrängen Wichtiges. Ein Kommunikationskonzept für den Webauftritt ist entweder nicht vorhanden oder es ist miserabel. Pressearbeit findet nicht statt oder ist nicht sichtbar. Der Verband erfüllt hierbei seine in der Satzung verankerte Aufgabe nicht.6 Ein Blick auf die Website des Verbands reicht, um das zu erkennen. - Informationen an die Pétanque-Gemeinde
Eine umfassende Information über die Verbandsarbeit – beispielsweise per Newsletter – bietet der DPV nicht an. Es werden statt dessen viele Themen im inneren Zirkel gehalten. Beispiel: Erst auf medialen Druck rückte der DPV eine dünne Nachricht über das Hallenprojekt an die SpielerInnen heraus. - Statt Informationen: Klagedrohungen durch den DPV
Jüngst berichtete Ulli Brülls davon, dass Michael Dörhöfer ihm „rechtliche Schritte“ androhte, weil auf ptank.de wenige Kleinigkeiten zum Hallenprojekt veröffentlicht wurden. Diese Randnotizen stammten zudem aus dem Bundesverband selbst und wurden von einem Landesverbandsvertreter öffentlich bekannt gegeben.7
Ist das noch nicht genug? Nun, es fällt mir leicht nachzulegen: Weitere Rausschmisse von TrainerInnen, weitere Rücktritte von SpielerInnen. Statt guter Öffentlichkeitsarbeit werden immer mehr nicht-barrierefreie Kanäle dubioser Datenkraken wie Facebook, Instagram und WhatsApp bedient.
Auch das reicht nicht? Thomas Schumanns Gebabbel als „ewiger“ Kommentator bei Live-Übertragungen. Eine zumindest zum Teil miserabel organisierte Geschäftsstelle. Krasse Missachtung von Informationspflichten des Verbands gegenüber Vereinen.
Reicht das nun? Nein, Florian, auf Verbandsebene reißt der DPV seeehr wenig. Das von Dir erwähnte Herzblut ist kein Kriterium, wenn die Qualität einer Arbeit beurteilt werden muss.
Auch ist es grundsätzlich erst einmal gleichgültig, ob eine Arbeit bezahlt wird oder unbezahlt als Ehrenamt erfolgt. Sie muss in jedem Fall gut erledigt werden. Wenn jemand etwas nicht leisten kann, dann liegt die Verantwortung hierfür beim DPV, der Qualitätsstandards einhalten müsste. Sollte das geplante Hallenprojekt vermasselt werden, würdest Du dann im Zweifel auch argumentieren, dass die Verantwortlichen ja bloß Ehrenamtliche waren?
Für keinen der oben angeführten fünf Punkte kann ich „das Ehrenamt“ als Entschuldigung gelten lassen. Alle Themen wurden gezielt und wissentlich so vom DPV gehandhabt.
Die Bundeshalle
„Das Projekt in Rodgau brauch keine falsche Berichterstattung, das schadet nur!!!“
Florian Hennekemper
Worauf beziehst Du Dich mit Deiner Aussage? Welche „falsche Berichterstattung“ gab es von wem über das Projekt in Rodgau? Das bleibt in Deinem Artikel völlig unklar.
Es gab von verschiedener Seite kleine Notizen zum Hallenprojekt des DPV. Was auf allgemein zugänglichen Quellen zu finden war, kann ich nicht unter „falsche Berichterstattung“ einstufen. Einen eventuellen Vorwurf solltest Du klar benennen, ansonsten kann ich ihn nicht ernst nehmen. Dass es überhaupt zu Gerüchten um die Bundeshalle kam, lag daran, dass der DPV (!) nicht informierte.
Demokratie
„Es gibt immer verschiedene Meinungen, wir leben in einer Demokratie aber Verständnis und Unterstützung gegenüber den Menschen, die Verantwortung innerhalb des DPV tragen, müssen unterstützt werden!!!“
Florian Hennekemper
Ich mag solche Appelle an unsere gesellschaftlichen Grundwerte, denn sie sind wichtig. Auch im Pétanque dürfen wir nicht vergessen, was uns als Gesellschaft eint. Dazu gehören Themen wie Regeln (sie stellen im Pétanque eine gemeinsame und verpflichtende Basis für unseren Sport dar), aber auch das grundsätzliche, respektvolle Verhalten auf dem Platz (dazu gehört es, sich gegen Pöbeleien, Gewaltandrohungen, Alkohol und andere Drogen zu positionieren).
Allerdings habe ich den Eindruck, dass Du das gar nicht meinst – oder Dinge durcheinander bringst, wenn Du Demokratie und die (bedingungslose?) Unterstützung für den Verband in einem Atemzug nennst.
„Wenn es jemandem nicht passt, kann er dies gerne kundtun aber dann bitte selber aufstellen und machen!!!“
Florian Hennekemper
Immerhin darf man Deiner Ansicht nach andere Meinungen „gerne kundtun“ – muss sich dann aber selber in der Verbandsarbeit engagieren. Das bedeutet nicht weniger als einen Maulkorb für kritische Stimmen, die nicht mit der Verbandsarbeit einverstanden sind, sich selbst aber in diesem Verband – in der konkreten Besetzung und mit der aktuellen inhaltlichen Arbeit – nicht einbringen wollen oder können. Oder verstehe ich da etwas falsch?
„Ich persönlich würde mir wünschen egal ob es ptank oder boule4you, franks Pètanque ist, in Zukunft mit dem Verband in seiner Berichterstattung zu arbeiten, genauso wie es Petanque aktuell tut.“
Florian Hennekemper
Nein, ich denke, dass ich Deine Zeilen schon richtig lese. Wenn Du dann noch die Medien in die Pflicht nehmen willst, die Deiner Ansicht nach „mit dem Verband […] arbeiten [sollen], genauso wie es Petanque aktuell tut“, dann wird Dein Irrtum offensichtlich.
Da Du die Arbeit der Medien besonders heraushebst, ist ein eigener Abschnitt dazu angemessen – und wohl auch dringend nötig:
Die Medien
Die Rolle der Medien ist es zu informieren. Im Bereich unseres Sports bedeutet das konkret, die Mitglieder unserer Pétanque-Blase mit Informationen zu versorgen, die sie benötigen, um sich auf rationale Weise eine eigene Meinung bilden zu können.8
In einer demokratisch gestalteten Ordnung ist es nicht die Rolle der Medien, „mit dem Verband in seiner Berichterstattung zu arbeiten“. Vielmehr sind Medien in einer Demokratie freie Medien, sie sind unabhängig.
Keine Hofberichterstattung!
Oft berichten unabhängige Medien über das, was die EntscheiderInnen gerade nicht an die Öffentlichkeit kommen lassen möchten. Sie berichten über Hintergründe, Ungereimtheiten, legen Finger in Wunden – und das betrifft häufig Dinge, die EntscheiderInnen nicht selbst veröffentlichen.
Konkret bedeutet das für unsere Pétanque-Blase: Es ist nicht Aufgabe der unabhängigen Pétanque-Medien, das wiederzugeben, was der DPV sich wünscht oder zu beklatschen, was er bereits selbst veröffentlicht hat. Vielmehr ist es die Aufgabe der Medien, hinter die Kulissen zu schauen, Dinge zu recherchieren und einzuordnen – und somit den Mitgliedern unserer Pétanque-Gemeinde eine umfangreichere Sicht auf verschiedenste Themen zu ermöglichen. In vielen Fällen werden die SpielerInnen sich erst auf dieser Basis ein differenziertes Bild machen können.
Kein Gefälligkeitsjournalismus!
Was Du Dir wünschst, Florian, ist letztlich eine vereinheitlichte Pétanque-Presse, die dem DPV zum Munde schreibt. So etwas ist einer demokratischen Gesellschaft fremd. Eine von der Obrigkeit abhängige Presse ist eine Ausprägung autokratischer Staaten, die mittels ihrer exklusiven Machtstrukturen andere Meinungen zu unterdrücken versuchen. Dein Appell für Demokratie, verbunden mit dem Wunsch nach einer sich mit dem Verband abstimmenden Medienlandschaft beißt sich also gewaltig.
Worüber nicht berichtet würde
Florian, Du wünschst Dir Folgendes: Ulli, Hein und ich mögen doch bitte so agieren, wie es Jannik von Pétanque aktuell praktiziert. Das kannst Du nicht ernst meinen, oder? Bist Du tatsächlich der Ansicht, dass wir uns auf das reduzieren sollten, was der DPV vorgibt? Vier Kanäle, die alle an den Lippen des Verbands hängen und dabei über die diversen Fehlentwicklungen hinweg sehen sollen? Genau das bedeutete Dein Wunsch.
Die Folge wäre beispielsweise gewesen, dass niemand über die Rücktritte der Nationalspielerinnen Carolin, Eileen und Anna berichtet hätte, denn der DPV veröffentlichte dazu keine Zeile – und bei Pétanque aktuell konnte ich nie einen Bericht darüber finden. Nur Schelme werden in diesem Zusammenhang auf den Gedanken kommen, dass Jannik Schaake und andere aus dem Team von Pétanque aktuell mit der bekrittelten Bundestrainerin zusammen für Mannheim-Waldhof in der Bundesliga spielen.
Auch eine Folge wäre gewesen, dass niemand Informationen zur Bundeshalle eingefordert hätte, denn der DPV berichtete darüber lange Zeit nicht – und schließlich sollten wir Pétanque-Medien Deiner Ansicht nach ja mit dem Verband arbeiten, also in seinem Sinne.
Eine weitere Folge wäre gewesen, dass wir das unwürdige Verhalten des DPV nicht mitbekommen hätten, als er Hein Fuhrmann mit fadenscheinigen Begründungen geschasst hatte.9
Wir brauchen Vielfalt
Nein, Florian, in einer offenen, demokratischen Gesellschaft haben die Medien eine andere Rolle, als Du es dir in Deinem Artikel wünschst. Es ist genau richtig, wenn ptank.de, boule4you.de und franks-petanque.de engagiert und hinschauend berichten. Genauso ist es zulässig, dass petanque-aktuell.de verbandskritische Themen eher meidet und sein eigenes Ding macht.
Am wichtigsten und am besten für eine lebendige Pétanque-Szene ist es, wenn wir Vielfalt in der Berichterstattung haben. Vielfalt bedeutet auch: Vielfalt der Meinungen. Und genau darauf kommt es auch in unserer Blase an – insbesondere jetzt, wenn der Verband ein so großes Projekt wie die Bundeshalle plant.
Wie können wir SpielerInnen uns aber eine Meinung bilden, wenn der Verband so gut wie keine Informationen liefert? Es ist gut und notwendig, dass sich verschiedene Medien dem Handeln und Nicht-Handeln unseres Verbands widmen.
Eine Absage
Nein, ich werde in diesem Verband ganz sicher nicht mitarbeiten – jedenfalls nicht als Teil des DPV-Teams. Ich würde krachend scheitern, denn meine Ideen und Initiativen wären nicht gefragt. Sollte sich meine Meinung jemals ändern, müsste sich vorher vieles im Verband bewegen. Wirklich vieles. Eine solche Entwicklung ist jedoch nicht absehbar.
Ich werde aber – zusammen mit anderen – helfen, die Arbeit des DPV kritisch zu begleiten.
Solidarität ist gefragt
Wenn Du und ich uns schon über so wunderbare Dinge wie Demokratie austauschen, dann passt mein Schlussgedanke zu Solidarität ganz gut, finde ich.
Ich glaube an so etwas wie Solidarität. Ich bin solidarisch mit denjenigen, die der DPV unangemessen behandelt hat. Ich bin nicht solidarisch mit denen, die das zu verantworten haben – seien es die Entscheider selber oder diejenigen, die deren Entscheidungen ohne Widerspruch mitgetragen haben. Einige Beispiele habe ich in diesem Artikel aufgeführt. Eines davon will ich zum Schluss noch einmal aufgreifen:
Carolin, Eileen und Anna hatten mit ihrem offenen Brief ganz sicher nicht nur auf ernsthafte Solidarität in der Pétanque-Szene gehofft, die über das Setzen eines „Likes“ hinausgeht. Sie haben sehr vermutlich auch gedacht, dass ihre detaillierte und gerechtfertigte Kritik zwangsläufig zu einem Umdenken im DPV führen müsse. Beide berechtigten Erwartungen wurden krass enttäuscht.
Nichts hat sich für die drei Spielerinnen zum Positiven gewendet. Ihre begründeten Proteste wurden vom DPV unter den Teppich gekehrt. Die Spielerinnen wurden kommentarlos aus der Liste der Kaderspielerinnen gestrichen.
Meine Entscheidung ist klar: Bei so etwas werde ich nicht mitmachen. Du etwa, Florian? Ich finde, es ist das Mindeste an Solidarität, was man zeigen kann: sich denen gegenüber verweigern, die solche Dinge zu verantworten haben.
Vielleicht ist es für die meisten nicht möglich, Solidarität mit mehr als einem „Like“ auszudrücken. Aber allen ist es möglich zu sagen: Da mache ich nicht mit.
Ein Verband, der so respektlos mit seinen Spielerinnen umgeht, würde sich ganz bestimmt nicht über meine Mitarbeit freuen – denn ich würde mich auch mit einer Rolle innerhalb des DPV gegen solche Auswüchse wenden. Man würde mich sehr schnell abservieren, so wie man es im DPV in der Vergangenheit mit diversen engagierten Menschen getan hat.
Dann hätte auch ich fertig.
Frank Jermann
Extra: Was könnte der DPV besser machen?
Ich bin sicher, dass die bestehenden Pétanque-Medien mit den Schnipseln, die der DPV seiner Gemeinde hinwirft, ganz gut umgehen können. Schließlich sind wir Medialen alle ganz gut vernetzt und somit auch gut informiert. Wenn mal etwas fehlt, können wir hier und da nachhaken.
Das bedeutet aber nicht, dass ich die Medienarbeit des Bundesverbands als ausreichend empfinde – denn es gibt ja nicht nur die Pétanque-Fachpresse, die den Finger sowieso am Puls hat. Die Situation anderer Medien unterscheidet sich da erheblich.
In einer besseren Welt könnte der DPV alle Medien regelmäßig mit Nachrichten versorgen (das war vor langer Zeit tatsächlich mal so).10
Da es im Bundesverband aber jahrelang keine sichtbare Pressearbeit gab – und heute immer noch nichts zu finden ist, was diese Bezeichnung verdient – bleiben auch weiterhin nur Träume von einer Außendarstellung des Verbands, die seiner Größe von knapp 28.000 organisierten SpielerInnen angemessen wäre.
Konkret wäre das mit einem Bereich „Presse“ auf der DPV-Website umzusetzen: Hier wären Bildmaterial in druckfähiger Auflösung, eine Positionierung des Pétanque-Sports in Deutschland und selbstverständlich Pressemitteilungen anzubieten.
- siehe: Ich habe fertig, Liste geflügelter Worte, Wikipedia ↩
- Liebe Petanque Community!, ein Artikel von Florian Hennekemper auf Facebook, 11. April 2026 ↩
- Zum Nachlesen: die Rücktrittserklärung der drei ehemaligen Nationalspielerinnen im vollen Wortlaut ↩
- Ulli Brülls hat auf ptank.de eine Extraseite zu den Rücktritten angelegt. Wer auf Facebook unterwegs ist, kann dort die bestätigenden Kommentare auf Carolins Profil im Original nachlesen. ↩
- Am 29. Oktober, also drei Tage nach Beendigung der Aufstiegsrunde, äußerte sich „das Präsidium“ des DPV dahingehend, dass Lübeck nicht aufgestiegen sei, weil es seine sportlichen Begegnungen gegen Jever und Oppau verloren habe (siehe: Ergänzende Stellungnahme zum Newsbeitrag Aufstiegsrunde Tabelle/Begegnungen, Artikel auf der Website des DPV; zuletzt abgerufen am 29. März 2025). Ohne an dieser Stelle weiter auf die Details einzugehen: Das war völliger Mumpitz. Das DPV-Schiedsgericht hat die Position des DPV-Präsidiums folgerichtig mit seiner Entscheidung vom 13. Dezember 2024 einkassiert (siehe: Urteil des Verbandsschiedsgerichts zu Gunsten von Lübeck, Kurzmeldung des DPV; zuletzt abgerufen am 29. März 2025). ↩
- Aus der Satzung des DPV:
§ 2 Zweck und Aufgaben
(2) Dieser Zweck wird insbesondere durch die Wahrnehmung der folgenden Aufgaben verfolgt:
a) Vertretung des deutschen Pétanquesports in Staat, Gesellschaft und den Medien sowie gegenüber nationalen und internationalen Sportorganisationen;
[…]; Quelle: Satzung des Deutschen Pétanque-Verbands vom 3. Dezember 2017 ↩ - siehe: DPV droht rechtliche Schritte gegen Ulli Brülls an, Artikel auf Franks Pétanque vom 12. Februar 2026 ↩
- Diese Formulierung habe ich weitgehend aus diesem Artikel übernommen: Warum Medien wichtig sind: Funktionen in der Demokratie, Artikel von Udo Branahl und Patrick Donges, Bundeszentrale für politische Bildung vom 8. Juni 2011, zuletzt abgerufen am 23. April 2026 ↩
- Im Rahmen des Interviews mit dem DPV-Präsidenten Michael Dörhöfer wurde eine Zusammenfassung zum Fall Fuhrmann erstellt. Heins offener Brief vom 16. Oktober 2022 kann hier nachgelesen werden. ↩
- Im Editorial Analoge Therapie wird dargelegt, dass es der DPV in den Zeiten der gedruckten Pétanque-Magazine Informationen an diese verschickte, die dann von denen auch gerne abgedruckt wurden. Allerdings wurde auch schon mal ein Magazin nicht vom DPV berücksichtigt, wenn dem Bundesverband ein Artikel nicht passte. ↩







