Michael Dörhöfer hatte Recht: Ja, ich habe „Müll“ gesagt. Tatsächlich habe ich es nebenbei und auf eine Art gesagt, dass ich es mir nicht gemerkt habe. Vor allem: Ich habe keine Menschen oder deren Arbeit als Müll bezeichnet. Vielmehr habe ich die völlig unnützen Reste von unverständlichem Zeugs, das sich im Laufe der Jahre auf der DPV-Website angesammelt hat, als Müll bezeichnet. Für Michael Dörhöfer war meine Wortwahl ein gelungener Anlass, von den Problemen abzulenken.
Verstanden, worum es geht, hat der Präsident offenbar nicht, als er mir vorwarf:
Ich finde es ziemlich despektierlich, wie oft du das Wort „Müll“ in den Mund nimmst, weil das ist Arbeit von Leuten, von Freunden, von Bekannten, von Boule-Spielern und das sind alles Ehrenamtler und die haben Respekt verdient.
Ja, die haben Respekt verdient. Da hat er Recht. Und gleichzeitig enthält der Satz mehr als nur eine Andeutung: Die haben Respekt verdient, den du ihnen gegenüber nicht aufbringst. Da muss ich ja schwer rumgemault haben. Was also Schlimmes habe ich gesagt? Ah, das hier:
Sie [die DPV-Website] ist riesig! Sie ist groß, weil die einen Haufen an Müll mitschleppt. […] Es gibt eine Presseseite, die heißt dann „Presse-Downloads“ und da steht ein Haufen von Links und Müll und irgendwelchen Codes drin, ja die alle nicht mehr stimmen.
Müll. Datenmüll. Das ist ein gebräuchlicher Ausdruck der IT-Branche, in der ich ein Vierteljahrhundert gearbeitet habe. Mir ist nicht bekannt, ob sich der DPV-Präsident in dieser Branche und ihrem Jargon auskennt. Im Zweifel kann man das nicht erwarten.
Erwartbar ist aber, dass er aus einem harmlosen Hinweis auf nicht funktionierende Seiten des DPV-Webauftritts nicht ableitet, dass ich Menschen keinen Respekt entgegen bringe.
Bereits im Artikel „Ohne Worte“1 habe ich darauf hingewiesen, dass es diverse Seiten des DPV-Internet-Auftritts gibt, die irgendwelches digitales Gebrabbel enthalten – aber keine lesbaren Inhalte.
Damit meine ich nicht die an vielen Stellen fehlenden Bilder und Grafiken, die durch mangelnde Sachkunde im DPV offensichtlich gelöscht wurden. Ich meine ebenfalls nicht die vielen korrupten Links auf nicht mehr vorhandene Dokumente, nein, ich meine Seiten, unter denen man eigentlich Inhalte erwarten würde, die relevant sein könnten.
Dazu gehört das von mir angeführte Beispiel der „Presse-Downloads“, auf die interessierte Medienleute bei einer Suche stoßen werden. Wer soll damit – siehe Screenshot – etwas anfangen können?
Dazu gehört das von mir angeführte Beispiel der „Presse-Downloads“, auf die interessierte Medienleute bei einer Suche stoßen werden. Wer soll damit – siehe Screenshot – etwas anfangen können?
Gut, wer so etwas
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und Links ins Nirvana gut findet, wird zufrieden sein. Das dürfte aber auf 100 % aller JournalistInnen, die mal auf der einzigen Presseseite des DPV stöbern wollen, nicht zutreffen.
Welchen Eindruck werden Medienschaffende von unserem Verband bekommen?
Nun könnte man sich im DPV genau darüber Gedanken machen. Sollte man sich sogar. Statt dessen reitet der Präsident eine Attacke, dass ich für dieses Durcheinander auf der DPV-Website den Begriff Müll benutzt habe – und versucht mir mangelnden Respekt zu unterstellen.
Finde den Fehler.
Das Interview
Das Interview steht als Video und in Textform zur Verfügung. Beides ist auf der Hauptseite zum Dörhöfer-Interview zu finden:
Nachgelegt
Der eine oder andere im Interview angesprochene Punkt ist es Wert, separat betrachtet zu werden. Schauen wir also genauer hin:

Der Präsident
Es sollte nicht um ihn gehen. Michael Dörhöfer erzählte trotzdem über sich. Aufschlußreich!

Die Haftung
Grund zur Sorge? Der Präsident sieht sein Privatverögen durch seine Verbandsarbeit in Gefahr.

Traineraffaire
Das Thema wurde vom Präsidenten fast panisch abgewürgt. Worum wäre es dabei gegangen?

Hein Fuhrmann
Wurde er nun gefeuert oder nicht? Der DPV hat dazu einen zweifelhaften Standpunkt.

Wird fortgesetzt
Die Nachbetrachtungen werden fortgesetzt: Es gibt weitere Punkte, die zu beleuchten sind.
- Der Artikel Ohne Worte beschäftigt sich mit der Übertragung der Deutschen Meisterschaft der Damen im Tir de Précision 2025. Darin wurde am 19. Juli 2025 darauf hingewiesen, dass die DPV-Seite Presse – Downloads kryptische Inhalte mit fünfzehn Jahre alten, toten Links enthält. Bis zum 12. September 2025 wurde die Seite nicht vom Netz genommen. ↩


