Christoph Roderig ist ein ehrenhafter DPVler. Das muss er sein, denn er ist ein Spezl des Präsidenten des Deutschen Pétanque-Verbands (DPV) und dessen Sponsor. Roderig opfert sich für den Verband auf. Jetzt dürfte er kurz vor der Heiligsprechung stehen, zumindest aber sollte ihm bald die goldene Ehrennadel des DPV verliehen werden – man könnte ja die nehmen, die man Klaus Mohr vor einigen Jahren wieder entzogen hat. Warum diese Lobhudeleien? Unter präsidialem Beifall entlarvte Roderig jüngst „die destruktivsten Arschlöcher im deutschen Pétanque“.
Es ist ein bemerkenswerter Beitrag, den der ehemalige DPV-Vizepräsident Kommunikation, Christoph Roderig, Mitte Juni 2026 auf Facebook veröffentlichte.1
Da Roderig ein eloquenter Mann ist, griff er noch tiefer in seine sprachliche Schatztruhe und legte in den Kommentaren fein ziseliert nach:
- Penner,
- dumme Sau,
- Schwachmat.
Endlich räumt jemand energisch auf mit dem Abschaum in unserer Pétanque-Szene. Bravo, Roderig!
Beifall aus dem DPV
Nur Spießer zeigten sich ein wenig pikiert über das drastische Vokabular Roderigs. Anders die oberen Etagen unseres Sportverbands – da ist man aus einem anderen Holz geschnitzt. Einige haben die Dringlichkeit deutlicher Sprache im Kampf gegen das Gesocks begriffen. Auch wenn sich noch nicht alle trauen, Roderigs klare Worte öffentlich zu beklatschen – irgendwer muss ja mal anfangen. Und so bekommen Roderigs starke Formulierungen zu Recht Beifall aus den Reihen des DPV.
Vizepräsident
Unter den Claqueuren befinden sich bekannte Namen. Ganz vorneweg drückt Hartmut Lohß, Vizepräsident Finanzen des Bundesverbands, seine Anerkennung für Roderigs Arschloch aus. Offenbar will er nicht hintenan stehen und bekräftigt seine Zustimmung mit einem öffentlichen „Like“ auf Facebook.
Nörgelnde Bedenkenträger mögen einwenden, dass Roderigs Wortwahl eventuell nicht vorbildhaft für jüngere BoulistInnen sein könnte. Das ist selbstverständlich Unsinn! Es ist gut, dass sich der DPV nicht beirren lässt und auch durch Zustimmung aus der Deutschen Pétanquejugend (dpj) klare Kante zeigt.
Kaderspieler Espoirs
So geht Hannes Eberspach, Kaderspieler des DPV im Bereich Espoirs, mutig voran und solidarisiert sich mit Roderigs Arschloch. Warum auch nicht, denn in Roderigs Aussage kann man nun wirklich nichts Böses entdecken.
Überholte Wertvorstellungen, wie sie die dpj in ihrer Jugendordnung formuliert, sind doch lediglich Relikte aus einer linksgrün-versifften, längst vergangenen Zeit:
Die dpj gibt jungen Menschen Hilfen zur Stärkung der Persönlichkeit, Förderung der Befähigung zu sozialem Verhalten und Hinführung zu gesellschaftlichem Engagement.
Quelle: DPV-Jugendordnung vom 9. März 20192
Ehe noch jemand von diesen Losern auf die Idee kommt, der Kaderspieler Hannes könnte zu dem Thema eine Nachschulung gut gebrauchen, sollte diese völlig überflüssige Wertvorstellung schnellstmöglich aus der Jugendordnung gestrichen werden.
Es ist enorm wichtig und charakterprägend, gerade dieser Gruppe junger Menschen zu zeigen, wie man mit irgendwelchen Heiopeis umgeht, die nichts Besseres zu tun haben, als ständig auf nicht-existierende Mängel im DPV hinzuweisen.
Trainer
Dass nur ein mutiger DPV-Trainer Gefallen an Roderigs Klarstellung findet, ist allerdings etwas enttäuschend. Aber die Zuneigung zu deutlichen Worten aus dem Trainerbereich kommt nicht von ungefähr aus genau dieser Ecke: Marco Kowalski, ehemaliger Bundestrainer im Bereich Espoirs, ist für seine robusten Ansagen bekannt.
Seine Kommentare auf Facebook reduziert er gerne auf Smileys, da die weit kräftiger aussagen als er es jemals selbst formulieren könnte. Da weiß einer, was er kann und was nicht – im Gegensatz zu den Arschlöchern.
Marco Kowalski beschreibt seinen Gemütszustand. (Screenshot: Facebook)
Kowalskis Kotz-Smileys haben bei Facebook deutlichen Wiedererkennungswert, weshalb er folgerichtig auch Roderigs Bemerkung „Sowas von zum Kotzen!“ mit einem Extra-Like unterstützte.
Kassenprüfer
Die Roderig’sche „dumme Sau“ fand auch Stefan Zwirtz lobenswert. Früher trug er als DPV-Beauftragter Bundesliga das Verbandslogo zusammen mit Roderig stolz in der Öffentlichkeit. Zudem war er mal Präsident des Pétanque-Verbands Rheinland-Pfalz (PVRLP).
Es ist bedauerlich, dass der gute Mann im DPV heute nur eine Nebenrolle ausübt (Kassenprüfer). Warum rücken so talentierte Leute in den Hintergrund und mühen sich mit dem Prüfen von Belegen ab? Zwirtz könnte doch viel mehr für unseren Sport erreichen, wenn er selbst dumme Säue bloßstellte!
Es ist also eine illustre DPV-Riege, die Christoph Roderigs deutliche Stellungnahme richtig gut findet.
Worum ging’s dabei eigentlich?
Hmm, fast hätte ich diesen Punkt vergessen. Was wollte Roderig – den manche als die Kavallerie des Präsidenten Dörhöfer bezeichnen, wenn dieser sich selbst die Hände nicht schmutzig machen möchte – uns eigentlich sagen?
So genau weiß ich das auch nicht, denn ich muss zugeben, dass ich Roderigs Facebook-Thread nur überflogen habe. Irgendwo kam Hein Fuhrmann darin vor und vermutlich sind all die klaren Ansagen für ihn bestimmt, besser: gegen ihn gerichtet. Hein nervt aber auch immer wieder mit seiner ewigen Nörgelei. Was genau er nörgelt? Das interessiert nicht! Die Hauptsache ist, dass er nervt.
Einwände? Kleingeister!
Was!? „Das geht aber so nicht!“, denken jetzt bestimmt wieder einige LeserInnen. „Der Kerl [Anmerkung des Autors: also ich] schreibt einfach drauflos, ohne zu wissen, worum es geht – und schwärzt Hein an? Ganz übel!“
Schwache Nummer, ihr elenden Kleingeister! Ich mache es doch nur wie Roderig – und das wird man ja wohl noch dürfen, oder? Sein effizientes Vorgehen – also Artikel nicht lesen, dafür aber emsig mitdiskutieren – habe ich mir vom Meister der feinen Feder selbst abgeschaut. Glaubt ihr wieder nicht, richtig?
Es stimmt aber: Roderig kommentierte vor nicht langer Zeit einen Artikel von Franks Pétanque ellenlang, ohne ihn gelesen zu haben.3 Behauptete er zumindest. Also das mit dem Nicht-Lesen. Wer kann es mir verdenken, dass ich das auch mal ausprobieren wollte?
Tatsächlich beschleicht mich nun aber doch ein ungutes Gefühl. Vielleicht war ja gar nicht Hein Fuhrmann das Ziel der unappetitlichen heldenhaften Attacke Roderigs?
Möglicherweise meinte Roderig vielmehr – nein, das kann nicht sein, oder? Er würde doch niemals Pétanque aktuell so beschimpfen!
Nachträge zum Artikel
Zu diesem Artikel traute sich eine Leserin, eine Reaktion an Franks Pétanque zu senden. Sie wird hier als Nachtrag eingestellt.
Beklatschter Held
6. August 2026
Dieser Tage erreichte Franks Pétanque die Zuschrift einer Leserin. Sie bat darum, nicht namentlich genannt zu werden. Im Mittelpunkt der freundlichen Nachricht stand ihr Wunsch, das als unappetitlich empfundene Titelbild des Artikels zu ersetzen. Dafür schickte sie eine KI-generierte Grafik mit, die sie hat erstellen lassen.
Sichtbare Ähnlichkeiten mit lebenden Personen gebe es nicht, schrieb die Leserin weiter. Jedoch fühlte sie sich durch den Artikel über Roderig animiert, diesen mit etwas mit künstlicher Intelligenz aufzupeppen.
Roderig zu helfen ist offenbar nicht nur für Franks Pétanque ein wichtiges Anliegen. Dem Wunsche der Leserin wurde selbstverständlich entsprochen.
- Der gesamte Beitrag von Christoph Roderig ist auf Facebook zu finden. Wer sich den Weg zur Datenkrake ersparen möchte, findet Roderigs Beitrag samt Kommentaren hier als PDF-Dokument. ↩
- siehe: § 2 Absatz 1 Satz 1 der DPV-Jugendordnung vom 9. März 2019 ↩
- Roderig kommentierte den Artikel Ich habe nicht fertig ausführlich und inhaltsleer auf Facebook. Auf Nachfrage bestätigte er dann, dass er den Artikel entweder nicht gelesen hatte oder ihn kaum kannte. ↩
















