Andere Länder, andere Sitten. In diesem Fall: andere Kleidung, andere Regeln. Was sich die SchweizerInnen (oder waren das nur Schweizer?) im Jahr 2021 ausgedacht haben, um Vorgaben für richtige Bekleidung auf dem Bouleplatz zu gewährleisten, mutet teilweise bizarr an.
Eine Sammlung von Schuhmodellen, die Imelda Marcos’1 Interesse erwecken könnte, diverse Sport- und Freizeithosen, kurze Röcke, Ärsche in zu knappen Hosen und als Kontrapunkt ordentlich aufgereihte Schiedsrichter (keine ‑Innen!) in Streifen-Shirts: Das vom Schweizer Pétanque-Verband FSP (Fédération Suisse de Pétanque) herausgegebene Blatt listet konkrete Beispiele korrekter und nicht korrekter Bekleidung auf dem Bouleplatz. Nicht erschöpfend allerdings: Schweizer Trachten und Lederhosen werden nicht erwähnt.
Das schaut auf der einen Seite unterhaltsam aus, hinterlässt aber auch diverse Fragen, auf die aber an anderer Stelle eingegangen werden soll. Wichtiger ist hier, dass das Dokument Franks Pétanque zu einem Quiz motivierte (siehe Kasten). Wer daran unvoreingenommen teilnehmen möchte, macht das besser vor der weiteren Lektüre dieser Zeilen.
Warst Du schon mal versucht, aus Schelmerei, vor allem aber aus Protest eine Euromünze in den Dir zugewendeten Pobackenschlitz zu werfen, der sich aus einer zu tief und eng sitzenden Hose gerne dann keck herauswölbt, wenn sich ein leicht übergewichtiger Milieu mit zu kurz bekleidetem Oberkörper zum Messen in die Hocke begibt?2 Nun, dann wird das konsequente Vorgehen des Schweizer Pétanque-Verbands Freude bei Dir Freude auslösen.
Aber sieh selbst – und das am besten im Original-PDF:
- Imelda Marcos war die Ehefrau von Ferdinand Marcos, des verstorbenen Diktators der Philippinen. Das korrupte Paar plünderte das Land aus. Imelda legte sich eine Sammlung von 3.000 Paar Schuhen zu. Andere Quellen nennen 4.200 Paar – aber macht das einen Unterschied? Ja, na klar – nämlich dann, wenn man sich morgens für das richtige Paar entscheiden muss! Eine beeindruckende Fotozusammenstellung der Sammlung liefert natürlich Googles Suchmaschine. Wer mehr über diese wenig liebenswerte „First Lady“ lesen möchte, ist bei Wikipedia gut aufgehoben. Die Familie Marcos war übrigens dicke mit dem verbrecherischen US-Präsidenten Richard Nixon. Ronald Reagan gewährte ihr nach dem Sturz Marcos’ Asyl. Wen wundert’s? ↩
- Ich habe es mir verkniffen, in dem eh schon komplizierten Satz auch noch einen Hinweis auf möglicherweise kräftigen Haarwuchs an besagter Stelle unterzubringen. Schließlich könntest Du diesen Artikel ja auch kurz vor einer Mahlzeit lesen. ↩



