Über mich

Wer ich bin? Das inter­es­siert man­che Lese­rIn­nen mehr als das, was ich schrei­be. Die Zugriffs­zah­len ver­ra­ten es: Das Impres­sum und ande­re Hin­wei­se auf „Hin­ter­grün­de“ wer­den bemer­kens­wert häu­fig angeklickt.

Das dürf­te ver­schie­de­ne Grün­de haben. Einer ist: Man­che mögen die Inhal­te mei­ner Web­site nicht. Sie wol­len dann ger­ne wis­sen, wel­cher Depp die­sen Unsinn ver­zapft hat. Willkommen!

Das ist aber nichts Neu­es: Wer ungern wahr­ge­nom­me­ne Nach­rich­ten über­bringt, wur­de immer schon ger­ne unter die Lupe genom­men: Statt sich mit der Sach­la­ge zu beschäf­ti­gen, wird an den Ver­fas­se­rIn­nen rum­ge­krit­telt und die­se dis­kre­di­tiert. Argu­men­tum ad homi­nem1 lau­tet die Bezeich­nung die­ses meist unred­li­chen Vorgehens.

Frü­her war das noch ein­fa­cher. Da mach­te man die Boten unlieb­sa­mer Nach­rich­ten ein­fach einen Kopf kürzer.

Natür­lich kann aber auch inter­es­sier­te Neu­gier eine Trieb­fe­der sein, um etwas über AutorIn­nen erfah­ren zu wol­len. In Zei­ten von Fake News ist Recher­che nicht ver­kehrt. Eben­falls willkommen!

Ich wer­de also den Kri­tik­as­tern ein wenig Fut­ter lie­fern. Allen ande­ren mög­li­cher­wei­se etwas Unterhaltung.

Frank Jermann: Über den Autor

Vor vie­len Jah­ren bekam ich eine Anfra­ge einer Zeit­schrift aus der Mul­ti­me­dia-Welt, für die ich einen Arti­kel geschrie­ben hat­te: Wer sind Sie eigent­lich, so woll­te man von mir wis­sen. Ich schrieb also etwas auf.

Natür­lich war es Faul­heit, die mich jetzt auf die­se Kon­ser­ve zurück­grei­fen liess. Bes­ser käme ich aller­dings weg, wenn ich mei­ne Träg­heit zeit­ge­mäss als nach­hal­tig bezeich­ne­te, oder?

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Ich über mich

Das Leben ist viel­schich­tig: Frank Jer­mann, Jahr­gang 1958, hat ein abge­bro­che­nes Anglis­tik­stu­di­um hin­ter sich, den siche­ren Hafen einer «Kar­rie­re» als Diplom-Rechts­pfle­ger und Beam­ter ver­las­sen und sat­tel­te schliess­lich zum Beginn der New-Eco­no­my-Bla­se hoff­nungs­voll um in die Soft­ware-Bran­che. «Ohne die­se Chan­ce des Inter­net-Booms wäre ich der idea­le Kan­di­dat für einen Taxi­fah­rer gewe­sen», so meint er heu­te schmunzelnd.

New Eco­no­my

Nach fast fünf­zehn Jah­ren einer inter­na­tio­na­len Kar­rie­re in der IT-Bran­che war die Zahl der Unter­neh­mens­plei­ten plötz­lich groß, die Arbeits­plät­ze waren rar. Frank Jer­mann stell­te erstaunt fest, dass er mit 45 Jah­ren zu alt und für die vor­han­de­nen Arbeits­plät­ze zu teu­er war. Ein erneu­ter Bruch im Lebens­lauf stand an.

«Ich hat­te begrif­fen, dass Kern­kom­pe­ten­zen wich­tig sind. Also nahm ich mir ein Blatt Papier und begann, mei­ne Fähig­kei­ten zu notie­ren. Viel kam nicht dabei her­aus», ord­net er die Ergeb­nis­se augen­zwin­kernd ein.

Mul­ti­me­dia­le Vorträge

35 Jah­re Foto­gra­fie, inten­si­ves Rei­sen, span­nen­de Vor­trä­ge hal­ten – was konn­te man dar­aus machen? 2004 beschloss er, eine foto­gra­fi­sche Rei­se­show über New York City zu pro­du­zie­ren. Ein erneu­ter Berufs­wech­sel mit vie­len neu­en Auf­ga­ben lag vor ihm: Tech­nik und Soft­ware waren zu eva­lu­ie­ren, Kon­zep­te zu erstel­len, Mar­ke­ting und Akqui­se muss­ten ange­gan­gen werden.

Nach ein­jäh­ri­ger Pla­nung und Ent­wick­lung kam sei­ne live vor­ge­tra­ge­ne, digi­ta­le Mul­ti­me­dia-Show «New York City – Stadt­bil­der» her­aus, mit der er von 2005 bis 2012 in Deutsch­land unter­wegs war.

Nicht die übli­chen Ver­däch­ti­gen wie bekann­te Bau­wer­ke, Muse­en und Tou­ris­ten­fal­len stan­den dabei im Vor­der­grund, son­dern span­nen­de The­men abseits der aus­ge­tre­te­nen Pfa­de. Zu sei­ner Erleich­te­rung nahm das Publi­kum sei­ne locke­re Art des Geschich­ten­er­zäh­lens mit digi­ta­ler Tech­nik freu­dig auf: «Erfri­schend anders!» war das meist gebrauch­te Schlagwort.

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Die­ser Text ist nicht neu (sie­he oben). Ob ich ihn heu­te immer noch so schrie­be? Eher nicht. Aber er ver­rät zumin­dest eini­ges über mein Leben und mei­ne Fähigkeiten.

Aller­dings fehlt etwas. Was ist mit Pétanque?

Hineingeschaut!

Ja, was ist mit Pétanque?

Da hat sich viel gewan­delt. Nach einer fast 20 Jah­re lan­gen Pau­se, die ledig­lich von weni­gen Tur­nier­teil­nah­men unter­bro­chen war, fing ich 2022 wie­der an, ein wenig zu spie­len. Ich fand schnell wie­der Gefal­len an dem Sport. So erwarb ich eine Lizenz und ach­te heu­te vor allem dar­auf, mich immer wie­der mit bes­se­ren Spie­le­rIn­nen zu mes­sen. Aber wie kam es dazu?

Die Grund­la­gen

Im Jahr 1985 hat­te ich in Ham­burg zufäl­lig das Boule­spiel ent­deckt. Kur­ze Zeit spä­ter Pétan­que als Sport. Mei­ne Zeit in Frei­burg – 1990 wech­sel­te ich aus beruf­li­chen Grün­den ins Badi­sche – soll­te mei­ne Wahr­neh­mung des Spiels prägen.

Zum einen war der fran­zö­si­sche Ein­fluß für mich aus spie­le­ri­scher Sicht bemer­kens­wert. Aller­dings lern­te ich dort auch eine Ver­ein­stü­me­lei ken­nen, die Alko­hol­ek­zes­se auf dem Boule­platz tole­rier­te und Gegen­po­si­tio­nen dazu als ver­eins­schä­di­gend abstrafte.

Wei­te­re Sta­tio­nen im bier­se­li­gen Mün­chen und der zumin­dest damals wenig offe­nen Darm­städ­ter Boule­sze­ne tru­gen nicht zur Ver­bes­se­rung mei­ner Ein­schät­zung des Pétan­que in Deutsch­land bei.

Dann kam die bereits erwähn­te Pause.

Der Neue

Es war im Sep­tem­ber 2024: Ich hat­te mich für die Qua­li­fi­ka­ti­on zur Deut­schen Meis­ter­schaft im Tête-à-tête ange­mel­det. Kurz vor Spiel­be­ginn husch­te ich noch auf die Toi­let­te. Plötz­lich schall­te mein Name unge­dul­dig über den Platz. Mein Geg­ner such­te mich.

Ich kam näher und hör­te, wie jemand von der Tur­nier­lei­tung zu mei­nem Geg­ner sag­te: „Das ist ein Neu­er.“ Gemeint war wohl: Das ist irgend­ein Anfän­ger – denn ich war der ein­zi­ge Spie­ler des Tur­niers mit 0 (in Wor­ten: null) Rang­lis­ten­punk­ten. Ver­mut­lich war ich auch der ein­zi­ge, der nicht Liga spiel­te. All das dürf­te nicht zu mei­nem Bekannt­heits­grad bei­getra­gen haben.

Mein Geg­ner war Flo­ri­an Besin­ger, der sich zu Beginn der Par­tie sehr beflis­sent­lich und nett bemüh­te, für mich das Cochon­net zu mar­kie­ren. Er mach­te das auf eine Art, die mich an mich selbst erin­ner­te, wenn ich mit Anfän­ger­Innen spie­le. Immer­hin erklär­te er mir nicht, dass man im Tête-à-tête mit drei statt mit zwei Kugeln antritt. Mein Ein­druck war: Er dach­te, dass ich als „Neu­er“ die Regeln eher nicht parat haben dürf­te. (Im Nach­hin­ein fand ich aller­dings in einem Tele­fo­nat mit ihm her­aus, dass er – wenn er gera­de in der Nähe des Coch­nnets steht — die­ses oft mar­kiert. Er ist eben ein sehr auf­merk­sa­mer, höf­li­cher und ange­neh­mer Spieler.)

Aber woher soll­te er auch wis­sen, dass ich mit dem Pétan­que bereits vor fast 40 Jah­ren begon­nen hat­te und bis zum Ende der 90er Jah­re inten­siv Kugeln warf, regel­mäs­sig Deut­sche Meis­ter­schaf­ten und ande­re gro­ße Tur­nie­re spielte?

Kei­ne Erfolge

Man hät­te sicher um mich gewusst, wenn ich gro­ße Erfol­ge erzielt hät­te. Habe ich aber nicht, denn ab und zu mal unter die letz­ten 32 bei einer DM zu kom­men (und dabei auch mal Klaus Mohr geschla­gen zu haben), das taucht zu Recht nicht in irgend­wel­chen Pal­marès auf.

Flo­ri­an dage­gen ist ein Spie­ler, der Erfol­ge auf­wei­sen kann. Zur Zeit unse­rer Par­tie war er unter den bes­ten 20 der hes­si­schen Rang­lis­te. Ich war kei­nes­wegs in der Lage, ihn vor grö­ße­re Pro­ble­me zu stel­len. Ich hab’s bereits ange­deu­tet, aber auf­grund ande­rer Erfah­run­gen nach mei­nem Wie­der­be­ginn wei­se ich ger­ne noch­mals dar­auf hin: Was für eine kon­zen­trier­te, aber auch ent­spann­te Par­tie das war! Sie war vor allem eine star­ke Moti­va­ti­on, mich zu ver­bes­sern. Wenn es nur immer so zugin­ge im Pétanque …

Ob da noch was geht?

Mein Ansatz, bes­se­res Pétan­que zu spie­len, unter­schei­det sich heu­te doch sehr von mei­ner „Lern­zeit“ in den 1980er Jah­ren. Es sind mitt­ler­wei­le neue Ein­sich­ten und Metho­den, die mich beschäf­ti­gen – Din­ge, die vor 35 Jah­ren in der deutsch­spra­chi­gen Pétan­que-Lite­ra­tur schlicht kei­ne Erwäh­nung fan­den. Sicher wer­de ich auf die­ser Web­site auch ein­mal dar­über schreiben.

Ob die­ser neue Ansatz dazu füh­ren wird, dass ich in den nächs­ten Jah­ren noch­mal an einer Deut­schen Meis­ter­schaft teil­neh­men kann?

Frank Jer­mann, im Okto­ber 2024


  1. Begriffs­er­klä­rung bei Wiki­pe­dia