Am 23. Februar 2026 trafen sich – weitgehend unbemerkt vom Rest der Welt – 27 Personen online, um einen außerordentlichen Verbandstag des DPV abzuhalten. Dabei standen nur zwei Themen auf der Tagesordnung:
- Schaffung einer neuen Stelle im Bereich Kommunikation und
- Zustimmung und Unterstützung der Landesverbände zum geplanten Hallenprojekt in Rodgau.
Was für ein Zufall: Zu beiden Bereichen hatte Franks Pétanque bereits berichtet und die Themen einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht.1
Kommunikation und Webauftritt
Dass die Website des DPV ein eher erbärmliches Bild eines Verbands abgibt, der knapp 28.000 SpielerInnen vertritt, wird an der Basis regelmäßig bestätigt. Was unser Bundesverband da an oft schlechten Texten und belanglosen Bildern anbietet, reißt kaum jemanden vom Hocker. Dazu kommen die Dinge, über die nicht berichtet wird – so wie über den hier behandelten außerordentlichen Verbandstag.
Der DPV sieht das allerdings ganz anders: Im Interview mit seinem Präsidenten Dörhöfer lobte dieser vor ziemlich genau sechs Monaten den Webauftritt des Verbands. Nun, sehen wir es ihm nach. Er kennt sich schlicht nicht aus in der Materie – redet aber jeden Mist seines Verbands gerne schön.
Auf Mängel aufmerksam gemacht wollte er diese entweder nicht wahr haben oder tat sie als Lappalien ab. Überzeugend war lediglich sein selbstbewusst vorgetragenes Unverständnis dafür, wie ein informativer Webauftritt eines nicht ganz kleinen Sportverbands aussehen sollte.
Eher überraschend hat nun, ein halbes Jahr später, der Verband reagiert und beschlossen:
„Robin Wendeler soll einen Vertrag als Webmaster bzw. Beauftragter Kommunikation erhalten auf Basis geringfügiger Beschäftigung (sog. Mini-Job auf 603 €uro-Basis).“
Grundsätzlich ist mehr Augenmerk auf den Webauftritt des Verbands ein Schritt in die richtige Richtung. Es wäre aber nicht der DPV, wenn nicht grobe handwerkliche Fehler gemacht worden wären: Der Begriff des Webmasters unterliegt keiner eindeutigen Definition. Er ist schwammig. Welche Aufgaben unter die Bezeichnung fallen, das ist unklar. Immerhin ahnte man wohl, dass man nicht so genau wusste – und verwässerte den eh schon dehnbaren Meister-Begriff durch den Zusatz „bzw. Beauftragter Kommunikation“.
Damit bloß keine Klarheit aufkommt, wird der neue Beauftragte auf der DPV-Website mit „Beauftragter Öffentlichkeitsarbeit & Website“ betitelt. Drei verschiedene Titel für den Neuen – wie kommt so etwas zustande? Es ist sicher eine der Stärken des Bundesverbands, solche Dinge zu versemmeln.
Anmerkung vom 10. April 2026
Mittlerweile wurde der Titel Robin Wendelers schon wieder geändert. Er ist nun kein Beauftragter mehr. (siehe: Titel-Memory unter Nachgelegt am Ende des Artikels)
Die Aufgaben eines Webmasters sind überwiegend im technischen und administrativen Bereich angesiedelt. Diese Arbeitsfelder werden jedoch nicht ausreichen, um das konzept- und lieblose Web-Wirrwarr des DPV in den Griff zu bekommen. Es bedarf vor allem einer Redaktion, die inhaltlich an Strukturen, Texten und Bildern arbeitet sowie Fehlentwicklungen erkennt und verhindert.
Solange irgendwer an der Website herumbasteln darf, wenn er oder sie Inhalte in irgendwelchen Formaten liefert – und das war in der Vergangenheit so – wird auch ein Webmaster nur wenig verbessern. Der Versuch redaktioneller Vorgaben in der Ära Regelin scheiterte wohl schnell an Planlosigkeit und mangelnder Disziplin im Kommunikations-Team.
Die Folge: Es wurden und werden Texte veröffentlicht, die sich so lesen, als seien sie mal eben zwischen Aufnahme drei und vier hingeschludert worden. Es werden Fotos in jedwedem Format veröffentlicht, die möglichst viele Menschen möglichst klein abbilden. Redigiert werden die Inhalte natürlich nie, weshalb ein Thomas Schumann seine Lobhudelei auf die Küche in Gersweiler immer wieder aufs Neue formulieren darf – wobei ich mittlerweile wirklich glaube, dass „Dagmar und ihr Service-Team“ gute Arbeit leisten.
Nein, dieser Webauftritt ist kein Aushängeschild unseres Sports. Ob sich das durch die Maßnahme, einen Webmaster einzusetzen, die schon zu Beginn recht dahingestolpert daherkommt, verbessern wird, ist fraglich.
Hoffen wir also, dass Robin Wendeler – wie immer seine Rolle nun bezeichnet wird – mehr von dem versteht, was dringend anliegt, als sein neuer Arbeitgeber. Hoffen wir also konkret, dass er erkennt, dass man mit Bildern abgeschnittener Köpfe im prominentesten Bereich der Website keinen guten Eindruck vermittelt. Hoffen wir, dass er Texte redigieren kann. Hoffen wir, dass er die Website nicht nur halbherzig aufräumt, denn sie benötigt kein Update, sondern ein komplettes, auf einem guten Konzept beruhendes Re-Design.
Anmerkung vom 6. April 2026
Die abgeschnitteten Köpfe wurden vom DPV-Webmaster wieder angenäht. (siehe: Geht doch! Jedenfalls ein bisschen. unter Nachgelegt am Ende des Artikels)
Da wir natürlich nichts über die Qualifikationen des neuen Webmasters wissen, sind das möglicherweise alles nur leere Hoffnungen.
Gehen wir aber doch einfach mal davon aus, dass Robin Wendeler die notwendigen fachlichen Fähigkeiten hat. Dann wird es auf der Website des DPV nicht nur schnell erste sichtbare Verbesserungen geben, sondern auch ein öffentlich sichtbarer Fahrplan für ein Re-Design aufgestellt werden. Es wird endlich Benutzerkonten für alle geben, die Artikel schreiben und eine Presseseite mit qualitativ guten Fotos der ProtagonistInnen in druckbarer Auflösung und und und …
Sollte es so kommen, dann ist der Schritt des DPV zu begrüßen, denn eine bessere Darstellung des Verbands ist seit Jahren überfällig. Warum man das nicht vorher erkannt und die groben Mängel des Webauftritts abgestellt hat, wird wohl immer ein Rätsel und ungeklärt bleiben. Sollte mein Interview mit Michael Dörhöfer einen Teil dazu beigetragen haben, dass der DPV sich nun endlich bewegt: gerne geschehen.
Das Hallenprojekt
Es ist nicht lange her, da sprach DPV-Präsident Dörhöfer Drohungen gegenüber Ulli Brülls von ptank.de aus, weil der gewagt hatte, ein oder zwei Details über das Hallenprojekt des DPV zu veröffentlichen. ptank.de hatte die Informationen nach eigenen Angaben von Wilfried Falke, dem Präsidenten des Niedersächsischen Pétanque-Verbands (NPV). Somit stammten die Angaben von einem Mitglied des DPV. Böser Herr Falke! Vielleicht hätte der DPV eher ihm mit rechtlichen Schritten drohen sollen?2
Kaum einen Monat später wurde nun auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung bestätigt, dass Rodgau tatsächlich der Ort der Begehrlichkeiten ist. Zudem wurde der von Ulli Brülls erwähnte Letter of Intent (LOI) – so bezeichnen Managertypen, die sich besonders wichtig finden, eine Absichtserklärung – in der außerordentlichen Mitgliederversammlung diskutiert.
Nun ist es keine gewagte Spekulation, dass Dörhöfer und vermutlich auch Sportdirektor Lechner maßgeblich am LOI beteiligt gewesen sein dürften.3
Was dann genau in der Sitzung des Verbandstags geschah, steht selbstverständlich nicht im Protokoll. Das wäre gegen jede Gewohnheit im Verband, in dem die Dinge gerne unter der Decke gehalten werden. Aufmerken lassen aber diese zwei Sätze:
„Dabei wurde vereinbart, den LOI nachzuschärfen. Alle Entscheidungen sind stets im Verbandstag abzustimmen.“
Zum einen wird hier dem Vorstand aufgegeben, den LOI „nachzuschärfen“. Es liegt auf der Hand, dass das bisherige Verhandlungsergebnis den Landesverbänden nicht so gut gefallen haben dürfte, dass sie es einfach durchwinken wollten.
Man stelle sich vor, dieser LOI wäre öffentlich geworden! Wenn schon die normalerweise eher pflegeleichten Landesverbände nicht einverstanden waren, wie hätte die Reaktion auf den Bouleplätzen der Republik ausgesehen? Es wäre vermutlich ein unangenehmer Shitstorm für den DPV geworden. Unter diesem Aspekt ist es eher verständlich, warum der Verband sich in so vielen Dingen lieber bedeckt hält, als sein Fußvolk zu informieren.
Noch brisanter ist allerdings der zweite Satz des Zitats. Dass er es in ein Ergebnisprotokoll geschafft hat, ist bemerkenswert. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Entscheidungen ohne die Abstimmung im Verbandstag nicht möglich sind. Wozu genau bedurfte es eigentlich dieses ausdrücklichen Hinweises als Ergebnis der Diskussion?
Wer, wenn nicht der Verbandstag als höchstes Gremium im DPV, entscheidet über eine DPV-Halle? Das sollte ein Selbstgänger sein – und doch wurde dieser Punkt ausdrücklich in dem Ergebnisprotokoll erwähnt. Es liegt auf der Hand, dass der DPV-Vorstand diesen Hinweis auf eine Selbstverständlichkeit dringend benötigte. Sonst hätte man ihn sicher weggelassen.
Weiter, immer weiter!
Ich bemühe mich, es vorsichtig zu formulieren: Die Ungereimtheiten sind in diesem Protokoll mehr als angedeutet. Es riecht förmlich nach handwerklichen Mängeln und vielleicht sogar so etwas wie zwielichtigen Hinterzimmergeschäften des Vorstands – und das nicht nur zwischen den Zeilen.
Könnte man beim Thema Webmaster noch der Ansicht sein, dass hierzu das öffentliche Interesse recht gering sein dürfte, so ist das in Sachen Bundeshalle völlig anders. Das hat nicht nur damit zu tun, dass ältere BoulistInnen sich noch gut daran erinnern können, als sie damals nach der finanziell vom Verband verbockten Weltmeisterschaft in Essen die nicht kleine Zeche zahlen durften. Nein, die Aufmerksamkeit ist auch im Interesse vieler SpielerInnen begründet, dass sich unser Sport positiv entwickelt – und dazu gehört endlich (!) auch eine repräsentative Halle.
Ja, Sapperlot, wieso informiert der DPV sein Fußvolk nicht einfach? Offen und ehrlich! Wieso lässt der DPV seine SpielerInnen im Dunkeln, anstatt sie einzubeziehen? Wieso reagiert der Verband statt dessen auf eine wahrlich kleine und unerhebliche Randnotiz auf ptank.de, die ihren Ursprung im Verband selbst hat, mit der Androhung rechtlicher Schritte?
„Erinnert mich an Beteigeuze“, meinte die Doublette-Partnerin, als ich ihr beim abendlichen Leeren eines Glases – also genau genommen waren es natürlich zwei Gläser, und diese wurden mehrfach geleert – die Geschichte von dem fast nicht auffindbaren Protokoll mit relevanten Informationen erzählte.
Ihr vielleicht kryptisch erscheinender Satz bezog sich natürlich auf die Vogonen, die in Douglas Adams‘ Roman Per Anhalter durch die Galaxis4 in der Rolle des DPV waren: Informationen verstecken, anstatt sie zugänglich zu machen. Nur wollten die Vogonen keine Halle bauen oder eine Website reparieren. Nein, sie wollten lediglich die Erde wegsprengen. Die Erklärung war einfach: Unser Planet stand einer Hyperraum-Expreßroute im Weg. Naja, besser wäre wohl: schwebte. Schwebt die Erde? Egal.
Den sehr mauen Protesten des Erdenbewohners Arthur Dent – für wen könnte er in dieser Pétanque-Geschichte wohl sinnbildlich stehen? – begegneten die Vogonen mit dem Hinweis, dass die Planungsentwürfe und Zerstörungsanweisungen fünfzig Erdenjahre lang im zuständigen Planungsamt auf Alpha Centauri ausgelegen hatten. Alpha Centauri! Nicht Beteigeuze! Mir unterläuft dieser Fehler auch häufig.5
Aber was machte das damals für einen Unterschied? Wer war in den 1980er Jahren schon mal auf Alpha Centauri oder Beteigeuze?
Es ist für diesen Artikel jedoch nicht wichtig, wo der DPV das Protokoll versteckt hat: Die Parallele liegt dermaßen auf der Hand, dass ich sie hier nicht auch noch umständlich erklären werde.
Also wieder zurück zum Kernthema. Was war das nochmal?
Weiter im Text
Letztlich geht es um unseren Sport, um die Finanzierung eines größeren Projekts – und dazu steht im Protokoll ja ebenfalls ein schlecht hingezimmerter Satz:
„Die Finanzierung des Projekts soll über Fördermittel, respektive Sponsoring erfolgen.“
Es ist völlig unglaubwürdig, dass das Projekt alleine durch Fördermittel finanziert werden kann. Wer etwas anderes behauptet – und das tut der DPV hier – sollte einmal die Nachrichten anschauen und den Meldungen über die Staatsfinanzen lauschen. Es wird eher schwierig werden, überhaupt nennenswerte Fördermittel für den Bau einer Halle in einer nicht-olympischen Sportart zu erhalten – für die ja bereits Hallen zur Verfügung stehen.
Als Ausweg wird eine Alternative angeboten: „respektive Sponsoren“. Alleine schon sprachlich mutet es absurd an, Fördergeldern ein „respektive“, also ein beziehungsweise gegenüber zu stellen – so, als hätte der DPV eine Wahl nach Gutdünken: Keine Fördergelder? Dann nehmen wir eben die Sponsoren.
Aber vielleicht ist ja alles ganz anders und die Geldgeber stehen bereits Schlange und haben schicke Geldkoffer dabei.
Leute, das liest sich nicht gut. Geht es nur mir so? Ich empfinde die dünnen Satzschnipsel in dem Protokoll dermaßen verdächtig, dass ich als zahlender Spieler gerne mehr wüsste, welche Sponsoren da für unseren Sport bereitstehen – und was deren Bedingungen sind. Dass uns der DPV keine Details zumuten will, lässt alle meine Alarmglocken schrillen.
Natürlich kenne ich die Befindlichkeiten in Verhandlungen mit potentiellen Geldgebern. Da muss in manchen Bereichen schon mal Stillschweigen gewahrt sein. Das bedeutet aber nicht, dass man die vom Präsidenten gerne als Familie bezeichnete BoulistInnen-Gemeinde nicht über Details wie Standort, Größe oder Zeitplanung zum Hallenprojekt informieren kann.
Anmerkung vom 10. April 2026
Mittlerweile hat sich der DPV bewegt und das Projekt der Bundeshalle öffentlich gemacht. Dass die Informationsbrocken eher dünn sind, war zu erwarten. (siehe: Transparency-Mike legt vor unter Nachgelegt am Ende des Artikels)
Ein verstecktes Protokoll mit wenigen Informations-Häppchen ist eindeutig zu dürftig. Nein, es ist nicht nur dürftig, es zeigt einen eklatanten Mangel an Respekt gegenüber den zahlenden SpielerInnen. Dabei fordert Dörhöfer doch gerne Respekt ein, wenn es um seinen Verband geht!6 Ich fürchte, er denkt dabei aber nur in eine Richtung.
Bis zum heutigen Tag, also mehr als einen Monat nach dem außerordentlichen Verbandstag, befand es der DPV für nicht nötig, eine Erklärung zu den Themen abzugeben. Müssen wir uns darüber freuen, dass wenigstens das Protokoll veröffentlicht wurde?
Was glauben die Verantwortlichen im DPV – und dabei kann ich die Landesverbände nicht ausnehmen: Sind wir zahlenden BoulistInnen es nicht wert, über Kernthemen unseres Verbands gut informiert zu werden?
Der DPV macht einfach immer weiter. Ist er lernresistent?
Nachgelegt
Zu diesem Artikel gab es nach der Veröffentlichung weitere Entwicklungen. Darüber wird hier unter Nachgelegt berichtet.
Geht doch! Jedenfalls ein bisschen.
6. April 2026
Meldungen über Erfreuliches in der DPV-Verbandsarbeit sind selten. Meist kommen sie vom Verband selbst. Hier nun eine Ausnahme: Die im obigen Artikel thematisierten „abgeschnittenen Köpfe“ wurden korrigiert. Die abgebildeten Personen wird es freuen.
Bedauerlicherweise wurden aber weder andere notwendige Änderungen vorgenommen, noch die generelle Sinnhaftigkeit dieses sogenannten Sliders, der das Problem verursachte, überdacht:
- Die Abdunklung der im Slider gezeigten Fotos ist kontraproduktiv. Die Fotos sind im Original weit heller, wurden aber durch Einstellungen abgedunkelt dargestellt. Das erweckt – im prominentesten Bereich der Website des DPV – den Eindruck, dass beim Pétanque eher deprimierende Dinge ganz oben stehen. Das „Fenster zur Welt“ eines großen Verbands muss anders aussehen.
- Navigiert man mit der Maus auf den Slider, wird der sogenannte „Hover-Effekt“ ausgelöst. Das bedeutet im konkreten Fall: Das jeweilige Foto wird nochmals abgedunkelt. Die Folge: Es ist kaum noch etwas zu erkennen. Was mag wohl der Nutzen sein? Noch mehr Neugier auf Gothic Style?
- Der Wert eines solchen Sliders hängt zuvorderst von der Qualität der verwendeten Fotos oder Grafiken ab. Ein großartiges Foto kann Neugier auslösen: Man muss einfach drauf klicken. Großartige Fotos sind jedoch in der Regel auf der DPV-Website nicht zu finden.
- Es ist hilfreich, wenn das verwendete Bild zumindest deutliche inhaltliche Hinweise auf den dahinter stehenden Artikel aufweist. Zeigt – wie es aktuell zu sehen ist – eine für den Slider verwendete Grafik lediglich das Logo des internationalen Verbands (noch dazu unscharf, weil das mittelgroße Logo von 800px × 450px auf größeren Monitoren auf 1.290px × 726px skaliert wird), ist das weder sexy noch hat es viel Aussagekraft.
Die Lösung
Tatsächlich sind all die Probleme einfach zu lösen: Slider werden überbewertet. Man kann gut darauf verzichten, denn sie bieten selten einen Mehrwert. Wenn dann so ein Slider oben im Startbereich – also im prominentesten Bereich der Website – den größten Teil des Bildschirms einnimmt, und die BenutzerInnen darauf warten sollen, dass alle fünf Sekunden ein neues Bild erscheint, fehlen ganz offensichtlich das Verständnis und/oder ein Konzept.
Niemand wartet möglicherweise 20 Sekunden, bis das fünfte Bild des Sliders automatisch geladen wird.
Und inhaltlich? Muss es wirklich an prominenter Stelle stehen, wenn der Hauptausschuss des DPV „erfolgreich“ in Fulda/Petersberg getagt hat? Nein, so etwas kann irgendwo unter „Der Verband pinselt sein Ego“ in einer verstaubten Ecke der Website abgelegt werden. Wir wissen doch auch ohne speziellen Hinweis, dass der DPV nach eigenem Dafürhalten immer erfolgreich tagt. Daran ändert auch das dreizehnte Gruppenfoto von immer denselben Köpfen vor einem Strommast nichts.
Wichtiges, bitte!
Wer auf den Einsatz eines Sliders – aus welchen Gründen auch immer – nicht verzichten mag, sollte damit wenigstens Kernbotschaften statt Allerweltsmeldungen transportieren.
Im Fall des DPV wären das beispielsweise Hinweise auf die Artikel zu den im letzten Jahr errungenen Titeln bei Europa- und Weltmeisterschaften. Da hat man schon mal tatsächlich gute Nachrichten – und versteckt sie irgendwo im Nirvana der DPV-Website. Leute, das gehört prominent nach ganz oben! Um das zu erkennen, muss man nicht Raketenwissenschaft studiert haben. Wozu haben wir eigentlich einen Vizepräsidenten Kommunikation? Was steht in dem ja nun angeblich vorhandenen Konzept?
Anders formuliert: Benötigen 50 Menschen, die laut Aussage des Präsidenten für den DPV tätig sind, tatsächlich den Hinweis eines kleinen Krauters wie mir, dass die beachtlichen internationalen Erfolge des Jahres 2025 im Nirvana der DPV-Website verschwunden sind?
Falls der DPV unter unheilbarer Slidermania leidet, könnte dort auch ein Hinweis auf das jeweils nächste größere Event des Verbands eingebunden werden. Damit ist nicht die 62. Tagung des Altherrenausschusses in Rheda-Wiedenbrück gemeint. Und wie wäre es mit einem Hinweis auf das Hallenprojekt? Ach, ich vergaß, das ist ja ein Tabuthema.
Mehr benutzerinnenorientiert wäre übrigens ein Slider, der beispielsweise drei Bilder nebeneinander zeigt …
Alles nicht so einfach
Wer diese Ausführungen überhaupt gelesen hat und sie dann als enorm langweilig einstuft, liegt ganz richtig: Für die meisten ist es das. Es bedarf schon viel Enthusiasmus, eine gute Website zu erstellen. Es ist dafür viel Steinbrucharbeit erforderlich, man benötigt beispielsweise ein redaktionelles Konzept. Hätte man eines beim DPV, dann gäbe es diesen Slider nicht.
Wer die Ausführungen gelesen und dann noch ein gewisses Verständnis für die Arbeit an solch einem Projekt hat, wird ahnen, in wie vielen Disziplinen eine Web-Redaktion Kenntnisse haben muss.
Was das alles für die Website des DPV und den neuen „Webmaster“ bedeutet, ist völlig ungewiss. Nach alter DPV-Tradition bleibt nicht viel mehr, als ihm die Daumen zu drücken.
Titel-Memory
10. April 2026
Nein, weder die Einordnung in die Organisation des DPV noch die Bezeichnung für den neuen Webmaster Robin Wendeler sind sechs Wochen nach der Verbandssitzung abgeschlossen. Die Saison hat noch gar nicht so richtig begonnen – und er hat bereits vier Titel.
Waren es bisher drei Versionen („Webmaster“, „Beauftragter Kommunikation“ und zuletzt „Beauftragter Öffentlichkeitsarbeit & Website“) und eine Listung unter „Beauftragte“, so wurde nun mit einer vierten erneut nachgebessert. Die aktuelle gültige Bezeichnung wurde um den „Beauftragten“ gekürzt – entgegen des Beschlusses im Protokoll des Verbandstags – und Robins Karte in den Bereich „Angestellte des Verbands“ verschoben. Wäre das ein Memory-Spiel, ich wäre hoffnungslos verloren.
Transparency Mike legt vor
10. April 2026
Am 9. April 2026 veröffentlichte der DPV eine Meldung,7 nach der ein Letter of Intent (LOI) von ihm und der Stadt Rodgau unterzeichnet wurde. Es ist die erste öffentliche Stellungnahme des Verbands zu dem Projekt.
Nun sind in einem LOI nicht mehr als Absichten formuliert, aber irgendwie muss man ja anfangen. Der DPV informiert, dass es zuerst einmal um den Verbandssitz geht, der nach Rodgau verlegt werden soll. Das Grundstück soll 7.000 m² groß sein und ein Verbandsgebäude sowie „großzügige Außensportflächen“ aufnehmen. Wie das Gebäude aussehen wird, sprich: was genau dort untergebracht werden soll, bleibt unklar. Lediglich 32 überdachte Spielfelder werden als ein Teil davon erwähnt.
In trockenen Tüchern ist nichts. Ein LOI ist kein Vertrag, der die beiden Seiten bindet. Da Entscheidungen ohne die Zustimmung des DPV-Verbandstags nicht möglich sind, sollte die inhaltlich dünne gestrige Meldung des DPV also nicht überbewertet werden.
Zudem hat laut Dörhöfer noch nicht einmal die erste Projektphase begonnen. Dabei wies der DPV-Präsident auf seine gewohnt seltsame Weise „ausdrücklich auch [auf] die Klärung der Finanzierungsfragen“ hin. Finanzierungsfragen? Da muss man erst mal drauf kommen! Der Mann denkt aber auch an alles.
Auf der Facebook-Seite des DPV wird die Meldung durchweg positiv aufgenommen – 77 Likes nach einem Tag sind ungewöhnlich. Die Kommentare aus Dörhöfers „Familie“ sind überschwänglich: Mehrfach wird die Neuigkeit des DPV als „super“ eingestuft. Die Dankbarkeit über solch kleine Informationsbrocken ist erkennbar groß – auch wenn die Pétanque-Gemeinde ja tatsächlich kaum etwas erfahren hat.
Das „Projekt [kann] auf einem soliden organisatorischen Fundament starten“, so Dörhöfer – dem man das natürlich sofort abnimmt. Hoffentlich ist dieses Fundament so solide, dass die DPV-Mitglieder den DPV-Vorstand nicht wieder abwatschen, wie wohl auf dem außerordentlichen Verbandstag am 23. Februar 2026 geschehen (siehe oben).
Immerhin wissen wir nun, dass die Drohung rechtlicher Schritte gegen Ulli Brülls (ptank.de) eine Dörhöfersche Luftnummer war: Die vom DPV-Präsidenten bekrittelte Randnotiz behauptete nichts Weitergehendes, als der DPV nun selbst veröffentlicht hat.
Solide sieht anders aus.
- Das Thema Kommunikation des DPV wurde in mehreren Artikeln der Rubrik Verbandszeug behandelt. In dem Interview mit Michael Dörhöfer stand der Themenkomplex im Mittelpunkt: https://franks-petanque.de/interview-mit-michael-doerhoefer/
Im Artikel „DPV plant Bundesleistungszentrum“ wurden Planung und Bau einer DPV-eigenen Halle aufgegriffen: https://franks-petanque.de/bundesleistungszentrum/ ↩
- Es wäre interessant gewesen abzuwarten, ob Dörhöfer tatsächlich eine Klage gegen Ulli Brülls eingereicht hätte – oder ob es sich mal wieder lediglich um eine inhaltsleere Floskel des Sonnenkönigs gehandelt hat. Und so weiter und so fort … ↩
- Auszug aus dem Protokoll: „Michael Dörhöfer und Sebastian Lechner erläutern das Projekt anhand zwei power-point-Präsentationen und stellen den Letter of Intent (LOI) vor.“ Für die Fehler in diesem Satz aus dem Protokoll ist übrigens nie ein Webmaster zuständig, sondern es sind die Unterzeichner des Dokuments. Eine Redaktion hätte vielleicht … – aber lassen wir das. ↩
- Adams, Douglas: Per Anhalter durch die Galaxis, 1979. ↩
- Konnte man früher mit beiläufig platzierten Zitaten aus Adams‘ Anhalter (siehe oben) wie „die vierteilige Trilogie“, „Macht’s gut und danke für den vielen Fisch“ und vor allem mit einem „Die Antwort auf die große Frage, nach dem Leben, dem Universum und allem, lautet: 42.“ noch in vielen geselligen Runden nicht nur seine Belesenheit locker einflechten, sondern auch Sinn für besonderen Humor andeuten, so fällt es heute nicht mal mehr auf, wenn ich Alpha Centauri mit Beteigeuze verwechsele. Jedenfalls mir nicht. ↩
- siehe die Passage auf den Seiten 20ff. im Interview von Franks Pétanque mit Michael Dörhöfer vom August 2025 ↩
- siehe: DPV unterzeichnet Letter of Intent zur Ansiedlung in Rodgau. Artikel vom 9. April 2026 ↩















